Aufmerksamkeitsmagnet Negativität

Aufmerksamkeitsmagnet: Negativität

04.10.2009

Wenn Du diesen Blog liest, dann brauche ich Dir wahrscheinlich nicht sagen, dass Nachrichten eine beständige Quelle von Negativem sind.

Und dass ein beständiges Berieselt-werden von Negativem einen Menschen durchaus runterziehen kann.

Wissenschaftliche Studie: Negative News bekommen mehr Beachtung

Kürzlich habe ich zum ersten Mal eine Studie zum Thema “Aufmerksamkeit und Negativität” gelesen.

Die Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Menschen negativen Meldungen mehr Aufmerksamkeit schenken, und sich auch besser an negative Meldungen erinnern – vor allem, wenn es lokale negative Meldungen sind.

In der Studie wurden die physiologischen Reaktionen von Menschen gemessen, die Nachrichten lesen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich unter anderem der Herzschlag verändert, wenn jemand negative Nachrichten liest. Noch stärker wird diese Veränderung des Herzschlags, wenn die negativen Nachrichten einen direkten örtlichen Bezug haben.

Skorpione und Blumen

Unser Gehirn ist darauf gepolt, Negativem mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In Zeiten, in denen unser tägliches Dasein davon bestimmt war, unser Überleben zu sichern (entgegen den Bemühungen von Säbelzahntigern, Giftschlangen, und anderen bedrohlichen Genossen) war das sicherlich eine gute Eigenschaft.

Lieber eine Blume am Wegesrand verpassen, als auf einen Skorpion zu treten.

Aber wir leben heute in einer anderen Welt, und beständig den negativen Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, bietet uns heute nur noch wenige Vorteile. Leider wird es noch ein paar Millionen Jahre dauern, bis unser Gehirn das von allein mitbekommt.

Das Hirn zum Optimisten machen

Das heißt nicht, dass wir uns einen Mikrochip ins Gehirn implantieren lassen brauchen. Oder unsere Hoffnung auf ein Wunder der Gentechnik setzen. Oder eine Psycho-Pille, die uns eine rosarote Brille aufsetzt.

Es heißt einfach, dass wir diese Neigung unseres Gehirns anerkennen können. Wenn wir wissen, dass es Dinge gerne zum schlechten hin verzerrt, einfach weil es seiner Natur entspricht, dann stehen die Chancen gut, dass es um die Welt und uns selbst besser steht, als wir selbst meinen. (Und wir können den Horrorszenarien, die wir im Kopfkino entwerfen das gleiche Maß an Glaubwürdigkeit beimessen, wie Versprechen von Politikern vor der Wahl).

Wenn Deine “negative Realität” nicht der Wirklichkeit entspricht – ist es dann nicht besser, sie gegen eine positive Realität auszutauschen, die auch nicht der Wirklichkeit entspricht? (Der “Mittelweg” – Realismus – ist was für Leute, die nicht erkennen, dass die Welt viel größer und wundervoller ist, als das, was wir mit unserem Kopf erfassen können). Es gibt freilich genügend Gründe optimistisch zu sein.

Und Du kannst ganz gezielt Dinge tun, um diese Tendenz auszubalancieren. Indem Du einfach nur all die negativen Gedanken hinterfragst, und ganz bewusst dankbar bist, für die schönen Erlebnisse eines jeden Tages. (Egal wie groß oder klein sie waren).

Das Maß an Dankbarkeit und Freude, mit dem Du schöne Dinge in Deinem Leben empfängst, ist proportional zu der Häufigkeit, mit der sie eintreffen. Oder, um es falsch, aber verständlich zu sagen: Mehr “danke” und “Yippie!” bringt noch mehr davon in Dein Leben.

Keep smiling,
Ramin

Foto:Nayan Deshmukh

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Jürgen October 4, 2009 at 18:19

Das stimmt allerdings. Leider.
Ich merke es ja sogar auf meinem Blog. Wenn ich von irgendwelchen Katastrophen poste bekommt das mehr Beachtung als schöne Artikel.
Wir sollten mal los laufen und die schönen Kleinigkeiten am Wegesrand wieder sehen lernen!

Dir nen schönen Restsonntag!

LG Jürgen

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