Frosta tut die Ampel auf's Essen

03.06.2009

Das Ampelsystem für's Essen

Das Ampelsystem für's Essen

Die Ampel auf dem Essen soll den Leuten helfen sich besser zu ernähren. Rot – das ist garnicht gut, das ist ungesund, zuviel. Gelb – na, das kann man schonmal. Und grün ist super.

Bisher sträubt sich die Lebensmittelindustrie dagegen, denn gerade die, die zuviel Zucker, zuviel Fett ins Essen tun, müssten dann ja “rot” kennzeichnen.

Frosta hat sich jetzt als erstes großes deutsches Unternehmen freiwillig dazu bereit erklärt, die Ampel auf’s Essen zu tun.

Allerdings gibt es so allerlei Gründe, weshalb das eigentlich keine Schlagzeilen machen sollte. Denn das Ampelsystem für’s Essen ist viel zu stark vereinfacht.

Zum einen beispielsweise, dass die Erfahrungen mit dem Ampelsystem in Großbritannien nicht eben beeindruckend sind. Die Leute ernähren sich auch weiterhin falsch – und die Briten sind (mal vor, mal hinter Deutschland) die dicksten Europäer. Und laut dem Health Profile of England 2008 (englisch) sind sie auch die kränksten Europäer. Und die Briten werden auch weiterhin im Vergleich zu den Vorjahren fetter, erkranken häufiger an Diabetis.

Das hat sicher nicht nur mit dem Ampelsystem zu tun, aber es zeigt doch, dass das Ampelsystem – wenn überhaupt – dann nur wenig wirksam ist.

Zwar gibt es Studien, welche die Effektivität des Ampelsystems belegen… allerdings basieren die Studien oft auf Befragungen. Gefragt wird: “Würden Sie weniger rot gekennzeichnete und mehr grün gekennzeichnete Lebensmittel kaufen?” Nun, was soll man da schon antworten? Klar.

Wer sich mit dem Thema Umfragen mal beschäftigt hat, weiß allerdings, dass das, was die Leute sagen, was sie tun werden, und das, was sie dann tatsächlich tun oft wenig miteinander zu tun hat. Sprich, wenn man dann durch die Supermarktreihen schlendert, dann landen Chips und Schokolade – trotz roter Ampeln – immernoch genauso leicht im Einkaufswagen. (In England verkaufen sie wegen der roten Ampeln nicht weniger davon – warum soll es hier anders sein?).

Anstatt also mit Ampelfarben auf dem Essen zwischen “gutem” und “schlechtem” Essen zu unterscheiden – warum nicht den Leuten beibringen, was gesunde Ernährung ist? Wie man sich gesund ernährt? Ein bisschen Warenkunde an den Schulen?

Oder gar den Leuten mal beibringen, wie sie so richtig lecker gesund kochen können?

Als ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, da konnte ich außer Pfannkuchen und Eiern nichts kochen. Dementsprechend hab ich mich dann auch ernährt. Klar, wollt auch gern was gesundes Essen, aber nach ein paar misslungenen Salatversuchen hab ich das dann doch lieber seinlassen. Denn Gemüße war zu teuer und nicht lecker genug. Erst durch einen guten Freund habe ich dann die Kunst des LGB-Essens eingeweiht worden (LGB steht für lecker, gesund und billig).

Ein paar LGB-Kurse an den Schulen? Zweimal im Halbjahr in einer Doppelstunde was kochen? Ach, nein, ich vergaß, keine Zeit: wir brauchen ja binomische Formeln, damit wir später für’s Leben gerüstet sind.

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