Miyagi weise sein

Denk an den Erfolg

12.09.2009

Manchmal wenn Du an einem Projekt arbeitest, fängst Du an voller Motivation und Begeisterung. Du bist nicht nur zuversichtlich, Du bist überschwenglich – all die Möglichkeiten und Chancen, die in diesem Projekt stecken stehen Dir klar vor Augen. Du sprudelst nur so über vor tollen Ideen!

Es ist Frühling.

Voller Elan machst Du Dich ans Werk… und binnen kurzer Zeit (je nachdem, wie “groß” das Projekt ist – Tage, Wochen, Monate…) ist die Luft raus.

Eine festgeklemmte Schraube

Wenn Du an das Projekt denkst siehst Du nicht mehr all die Möglichkeiten – sondern vor allem eine finstre Wolke. Und es fühlt sich auch nicht mehr begeisternd an, sondern eher so wie eine zu festgedrehte Schraube wieder aufzudrehen.

Bestimmt kennst Du das auch.

Im Sport gibt es den “toten Punkt”. Da, wo man genau weiß: jetzt kann ich nicht mehr! Wenn die Kraftreserven ausgelaugt sind, wenn man seinem Körper zuviel abverlangt hat…

… und jeder der dann schonmal weiter gemacht hat, weiß was folgt: Flow!

Mr. Miyagi

Ich erinnere mich noch an meine erste persönliche Erfahrung damit – beim Karate.  Ich bin mit Bruce Lee und Karate Kid aufgewachsen, natürlich musste ich da als kleiner Junge Karate lernen. Und in einer Trainingsstunde, da habe ich dann mit Carlos, unserem Meister trainiert. Carlos ist ein hervorragender Karatesportler, aber er ist mit Sicherheit niemand, der einen mit Samthandschuhen anfasst. Wir übten Mai-Geri (Fußtritte), und an diesem Tag wollte er mir wohl eine Lektion erteilen, die ich nie vergessen werde. (Ich denke das ist ihm gelungen). Normal waren zwanzig Mai-Geris, vielleicht fünfzig, aber das war es meistens auch schon. Aber an diesem Tag, da wurde nicht mehr gezählt, da wurde einfach nur weitergemacht.

Natürlich sind die ersten Tritte immer voller Kraft und Energie… aber je öfter man schon gekickt hat, desto mehr ist der Saft raus. Es sei denn, Du kickst Carlos. Carlos hat so eine Intensität, dass Du gar keine andere Wahl hast, als 100% in jeden Tritt zu stecken.

(Und wenn nicht, dann bringt er Dich dazu…)

Schließlich kam ich aber doch an einen Punkt, wo meine Beine bleiern schwer wurden. Ich konnte einfach nicht mehr. Meine Muskeln gaben nichts mehr her, es war kein Saft mehr drin.

Carlos schrie mich an.

Und irgendetwas machte klick. Und ich vergaß, dass ich nicht mehr konnte, vergaß, dass meine Muskeln nichts mehr hergaben, vergaß die bleierne Schwere und meine Beine wirbelten durch die Luft, ohne dass ich meinen Körper auch nur spürte.

Es war Magie.

Koks zum Einschlafen

Doch diese Art von Energie hält nur kurze Zeit an. Gott sei dank – denn wenn er tagelang anhalten würde, dann würdest Du nicht mehr zum Schlafen kommen.

Deshalb solltest Du für Deine Projekte nicht auf so einen Zustand angewiesen sein. Aber als “Modell” ist er schon sehr gut geeignet, als Referenzpunkt. Als etwas, das Du auf Bedarf abrufen kannst, wenn Du in einem Motivationsloch steckst.

Denn wenn Du da durchbrichst, dann wird es danach wieder viiel leichter. Es ist wie der schwierige Part einer Bergbesteigung… aber wenn Du den hinter Dir hast, wird es wieder leichter. (Und die Aussicht von da oben, der Stolz das geschafft zu haben, all das wird Dich von ganz alleine mit neuer Begeisterung erfüllen).

Und wie machst Du das?

Eine Pizza kannst Du Dir mit dem Telefon ins Haus bestellen. Mit Begeisterung ist es nicht ganz so einfach. Aber wenn Du weißt wie, dann kannst Du es Dir einfach machen.

Und das geht so:

Rezept: Begeisterung al dente für eine Person

Zubereitungszeit: 5 Minuten

Zutaten:

  • 1 funktionierendes Gehirn (vorzugsweise frisch)
  • 20 Quadratmeter privaten Raum (vorzugsweise mehr)
  • ein ausgeschaltetes Telefon (oder gar keines)
  1. Man nehme das funktionierende Gehirn und begebe sich damit in den privaten Raum seiner Wahl.
  2. Man schalte das Telefon ab.
  3. Man lasse all die Herausforderungen, vor die man sich gerade gestellt sieht mal links außen vor, und ruft sich wieder in Erinnerung, wie das damals war, als man ganz am Anfang mit dem Projekt war und noch begeistert war.
    Welche Möglichkeiten und Chancen hat man darin gesehen? (Bitte, nicht die realistischen, die man anderen erzählt hat… sondern die HEIMLICHEN, völlig übertriebenen, die von der “zu gut um wahr zu sein”-Sorte)
    Welche tollen Ideen sind Dir durch den Kopf gegangen?
    Wie sah das fertige Projekt in Deiner Vorstellung aus? Wie haben andere darauf reagiert? Wie hast Du Dich dabei gefühlt, wenn Du (in der Zukunft) zurück geblickt hast auf das schon bereits erfolgreich abgeschlossene Projekt?
  4. Male das ganze in bunten Farben aus (im Kopf), mache einen Film daraus, dreh den Sound auf, 3D Cinemax Kinoeffekte und begib Dich in die Begeisterung.

So erweckst Du in fünf Minuten Deine Begeisterung wieder. Denk an das, was Du erreichen wirst, das Endergebnis, und zwar das bestmögliche (nicht das realistischste!). Denn all die kleinen Rückschläge, all die kleinen Dinge die schiefgelaufen und danebengegangen sind… können manchmal so ihre eigene Dynamik entwickeln und einem heimlich das Momentum stehlen, das man braucht um Dinge in Gang zu setzen und voranzutreiben.

Wer NLPisiert ist, der wird hier schon Ankern und Submodalitäten wiedererkennen, aber meine Erfahrung mit vielen NLP-Leuten ist, dass sie sich zu sehr darauf konzentrieren es “korrekt” zu machen, und zuviel davon im Kopf passiert, aber sich emotional nicht genug bewegt. Das ist es aber, worum es geht.Und das kleine Kochrezept hilft Dir dabei.

Foto: Wikipedia

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