Weniger Essen mit einer Kamera (denn Dein Gehirn ist ein Lügner)

04.06.2009

Unser Gedächtnis ist wie ein Hollywood Film der "auf einer wahren Begebenheit beruht".

Kleine Nasch-Sünden vergessen wir leicht.

Abnehmen fällt vielen Leuten schwer – wenn es kleine Tricks gibt, die einen dabei unterstützen, dann sind die Gold wert.

Gerade habe ich mit einer Freundin gesprochen die eine neue Methode ausprobiert, die in ihrem Ansatz brilliant ist:

Dein Essen bevor Du es isst fotografieren.

Kein einziger Bissen kommt in Deinen Mund bevor Du es nicht fotografiert hast. Selbst wenn es nur ein paar Nüsse sind.

Ich weiß aus Erfahrung, dass das Gehirn uns austrickst, um den Eindruck zu erwecken, dass wir weniger gegessen haben, als wir eigentlich gegessen haben.

Das beste Beispiel ist eine gute Freundin von mir, nennen wir sie M., die schon seit ihrer Jugend an Übergewicht leidet.

Wir saßen gemeinsam mit anderen Freunden zusammen und es ging ums Thema essen und abnehmen. Und M. sagte: “Ich habe einen schlechten Stoffwechsel, das hat mir auch ein Arzt gesagt. Ich esse wirklich sehr gesund und leicht – Ramin, Du hast doch die letzten Tage gesehen wie ich esse. Habe ich irgendetwas Ungesundes gegessen?”

“Hm… also ich erinnere mich an das Vanille-Eis mit Schokoguss gestern abend nach dem leichten, vegetarischen Abendessen.”

“Oh, jaa, das habe ich ja ganz vergessen. Aber das war nur weil du dabei warst, normalerweise esse ich so nicht.”

“Und den Chocolate Muffin mit dem Frappucino nach dem Sushi.”

“Haha, ja, stimmt. Es sollte halt ein schöner Tag werden.”

“Und der Mini-Pizza auf dem Weg zu Susan.”

“Oh, das war nur weil ich Dir den Laden zeigen wollte. Du wolltest doch wissen, wo dieser Laden ist wo es die beste Pizza hier in der Stadt gibt.”

Soso… also das Vanille-Eis mit Schokoguss (das ich dankend abgelehnt habe), der Chocolate Muffin mit Frappucine (in dem Laden wo ich grünen Tee bestellt habe) und die Pizza (die ich zugegebenermaßen wirklich probieren wollte) waren nur meinetwegen. Sonst isst sie sowas nie. Oder erinnert sich jedenfalls nicht daran.

Und in der Tat… das Gedächtnis funktioniert ein bisschen wie ein Hollywood-Film der “auf einer wahren Begebenheit basiert”.

Wir erinnern uns sehr gut an all das gesunde Essen was wir mühselig zu uns nehmen. Das leichte Sushi (wenn wir eigentlich ein schönes, saftiges Schnitzel mit Backkartoffeln und Kraut wollen), daran erinnern wir uns noch wochenlang – denn es hat uns Überwindung und Disziplin gekostet, beim Sushi zu bleiben.

Aber das Vanilleeis… das war ganz mühelos gekauft und schwups… verdaut. Fast auf Autopilot. Und es hinterlässt kaum Spuren im Gedächtnis.

Aber wenn Du ein Foto von dem Vanilleeis machst… nun… dann weißt Du: Oh, ich werde das Foto später in diesen Tag sortieren müssen, zu dem Sushi und den vegetarischen Asiaten und dem Salat. Und das ist Dir dann fast schon… peinlich.

Und wenn Du trotzdem isst, und Dir nach einem Monat anschaust, was Du alles so gegessen hast, und an einem Tag ist Vanilleeis, am anderen Sachertorte, am nächsten Vanille-Shake und so weiter, dann weißt Du wenigstens, dass – ja, der Arzt mag bestätigt haben, dass Du einen langsamen Stoffwechsel hast – Du Dinge zu Dir nimmst, die Ernährungsexperten DMF (Dickmachfutter) nennen.

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