Menschen in Schubladen stecken

27.08.2009

Ein bisschen hat jeder von uns die Tendenz andere Menschen in Schubladen zu stecken. (Am schlimmsten ist es meist bei denen, die selbst von sich glauben, dass sie es überhaupt nicht machen).

Einen meiner besten Freunde habe ich zu Anfang in eine Schublade gesteckt, in der er zum Glück nicht dringeblieben ist. Er hat mich an einen anderen Menschen erinnert, den ich sehr gering einschätzte, und ich habe ihn aufgrund von Äußerlichkeiten und seiner Mimik und Sprechweise in die gleiche Schublade gesteckt.

Als ich ihn später besser kennengelernt habe, hat sich herausgestellt wie falsch ich lag. Glücklicherweise. Denn diese Freundschaft lässt sich mit Gold nicht mehr aufwiegen.

Natürlich ist uns allen beigebracht worden Menschen nicht oberflächlich zu beurteilen und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Aber es liegt doch in unserer Natur. Es ist ein eingebauter Mechanismus in unserem Gehirn. Vor langer, langer Zeit mussten wir in sekundenschnelle erkennen: ist das jemand, der mich gleich angreifen wird? Auch wenn diese Gefahr heute nicht mehr besteht, der Mechanismus ist uns eingebaut und es ist gut ihn und seine Funktion anzuerkennen, aber gleichzeitig auch zu erkennen, wenn dieser Mechanismus “einen Schäuble macht” und überreagiert, und Leute zu schnell als “gefährlich” oder “schlecht” einstuft.

Wenn wir Menschen schon in Schubladen stecken, dann sollten es wenigstens positive Schubladen sein. Geben wir ihnen einen kleinen Vertrauensvorschuss werden wir vielleicht manchmal reinfallen… aber viel öfter positive überrascht sein.

Foto:  <a href=”http://commons.wikipedia.org/wiki/Image:Gehirn%2C_medial_-_beschriftet_lat.svg” mce_href=”http://commons.wikipedia.org/wiki/Image:Gehirn%2C_medial_-_beschriftet_lat.svg”>Wikipedia</a>

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