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Jetzt hat es mich erwischt…

20.08.2009

Seit Jahren reise ich nun immer wieder nach Thailand, und seit fast einem Jahr lebe ich nun schon ganz hier. Bislang bin ich immer noch glimpflich davongekommen. Aber heute hat es mich erwischt.

Oft bin ich dran vorbeigelaufen, hab gesehen wie andere darauf reingefallen sind…

… und habe mir insgeheim gedacht: “Mich kriegst du nicht!”

(Eigentlich hätte ich es  ja besser wissen sollen als die Negation zu verwenden, aber das war vielleicht eine unbewusste Programmierungsstrategie).

Und heute stand ich da, wartete auf meinen Cantaloupe-Shake… und dachte mir: jetzt weiß ich immernoch nicht wie das Zeug schmeckt.

Ich fragte meine Freundin: “Wie schmeckt das eigentlich?”

Auf raminesisch bedeutet das: “Ich will das probieren.” Meine Freundin weiß das, deswegen lacht sie dann schon immer und sagt: “Ok, probier es einfach mal.” Also, bestellt sie kanum bang sangkaja. In Würfel geschnittenes Weißbrot, gedünstet, mit Pandanus-Custard und gezuckerter Kondensmilch.

Mit einer Tüte voll dampfend heißem Brot machten wir uns dann auf den Heimweg.

Eigentlich…

… esse ich ja garkein Brot in Thailand.

und eigentlich…

… lasse ich ja auch die Finger von der gezuckerten Kondensmilch…

aber, Versuch macht kluch, nicht wahr?

Und was, wenn mich mal ein Freund besucht und fragt: was ist das eigentlich? Und dann muss ich ihm sagen: du, ich weiß nicht, ich hab das auch noch nie gegessen.

Jedenfalls, als wir das dampfende Brot dann auf den Teller ausgeschüttet haben und den Pandanus-Custard mit der Kondensmilch zusammen in einer Schüssel vermischt… und dann das Brot eingetunkt und in den Mund geführt… was soll ich sagen: es hat einen eingebauten wer-einmal-anfängt-kann-nicht-mehr-aufhören-solange-noch-was-übrig-ist-Mechanismus.

Dabei schmeckt es noch nichtmal besonders, aber wie einer fremden Macht gelenkt greift der Arm nach immer neuen Brotballen, tunkt sie ein ins klebrige Grün und führt sie zum Mund, der willig kaut und schluckt.

Schließlich erwacht man wie aus einem bösen Traum: der Teller ist leer, die Erinnerung an das soeben Geschehene nebulös verblasst. Ein bisschen fühlt man sich, wie einer, der unter Hypnose stehend einen Mord begangen hat. (Na, ich dramatisiere wohl ein wenig).

Jetzt kann ich wegen dem hohen Zuckerpensum erstmal nicht schlafen 🙂

Die Lektion aus dem ganzen? Ich musste keinen kinesiologischen Muskeltest durchführen um schon vorher zu wissen, dass mir das nicht gut tun wird. Und eigentlich hätte es ja gereicht, nur ein paar von den Brotballen zu kosten, anstatt den ganzen Berg zu verputzen. Aber worüber hätte ich dann heute bloggen sollen? 🙂

{ 2 comments… read them below or add one }

Gaba August 21, 2009 at 02:53

Lieber Ramin,
ich hoffe Du hast das “süße Zeug” genossen.
Ich werd es wohl mal probieren, wenn mein Weg mich nach Thailand führt.
Klingt lecker!
Ich wünsche Dir einen resistenten Magen und einen guten Schlaf.
Alles Liebe,
besser und besser,
Gaba

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Ramin August 21, 2009 at 14:16

Hi Gaba,
ich habe es gut überstanden 😉

Es gibt eine ganze Menge an Leckereien in Thailand, die sich eher lohnen probiert zu werden als das. Ich esse jede Woche mehrere neue Gerichte die ich noch nie zuvor gegessen habe, und es scheint kein Ende zu nehmen. Ich glaube die Thai’s sind eins der kreativsten und vielfältigsten Völker der Erde wenn’s ums Essen geht.

Viele Grüße,
Ramin

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