schmollendes Baby

Leid beklagen oder frohgemut ertragen?

12.08.2009

Es gehört zum Leben dazu: das Leid.

Möchtegern-NLPler hissen dann gerne die rote Karte und rufen ganz laut: “limitierender Glaubenssatz”. Aber bislang habe ich noch niemanden getroffen, der nicht schonmal gelitten hat, und auch (irgendwann) mal wieder leiden wird.

Hin und wieder, da laufe ich einem “Erleuchteten” über den Weg, der fest überzeugt ist, dass Leid auf ewig hinter sich gelassen zu haben. Meist stellt sich dann im Nachhinein jedoch heraus, dass das einfache eine manisches Hoch war, auf das – als wär es im Vorraus geplant – ein depressives Tief folgt.

Das heißt freilich nicht, dass das Leben nicht schön wäre, voller Freude, Glück, toller Menschen, toller Orte, toller Erlebnisse… aber hin und wieder ist auch Leid da.

(Es ist wie mit gegrilltem Fisch:  er hat zwar Gräten, aber ich ess ihn trotzdem gerne).

Wenn Leid also zum Leben dazugehört, lohnt es sich dann nicht, zu forschen, wie wir am besten damit umgehen?

Leidbewältigungsstrategien

Es gibt verschiedene Arten auf Leid zu reagieren. Jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Jammern und Klagen

Jammern und klagen ist eine vielverbreitete und sehr beliebte Form der Leidensbewältigung. Das schöne am Jammern und Klagen ist, dass man sich so richtig gehen lassen kann. Jammern und klagen ist leicht und einfach – jeder kann es. Für den Leidenden ist das Jammern wie Vanilleeis mit Schokosoße und Schlagsahne essen. Solange er nur jammern kann und ihm jemand zuhört, geht es ihm garnicht so schlecht. Dafür ist es im Anschluss umso schlimmer.

Jammern und Klagen sind uns wohl angeboren. Schließlich wird auch im Tierreich gewinselt. Und oft ist es ja eine effektive Strategie, um andere dazu zu bewegen sich um uns zu kümmern.

Leid frohgemut ertragen

Wer Leid frohgemut ertragen will, der muss erstmal seine instinktive Jammer- und Winselreaktion überwinden. Und sich stattdessen auf das Positive fokussieren. Das ist garnicht so leicht, und vergleichbar mit dem Kraft- und Willensaufwand, den es bedarf, um sich zu sportlicher Betätigung zu motivieren, wenn man eben kein begeisterter Sportler ist. Dafür wird man dann im Nachhinein jedoch auch belohnt.

Wer auch unter widrigen Umständen noch frohen Mutes ist, dem ist eines schon gewiss: der Respekt und die Hochachtung seiner Mitmenschen. Denn jeder weiß, wie leicht es ist, sich an einem schlechten Tag gehen zu lassen, und egoistisch andere mit dem eigenen Kummer zu belasten, damit er nicht mehr so schwer auf den eigenen liegt.

Jemand der jedoch leidet, und sich trotzdem um das Wohlergehen anderer kümmert, der zeigt wahre Größe. Und seltsamerweise bahnt sich auch hier wieder auf verschlungenen Wegen das Karma seinen Weg: wenn Du Dich wirklich , aus vollem Herzen, um Deine Mitmenschen kümmerst (auch wenn Du leidest), dann verringert sich Dein eigenes Leid, und vermehrt sich Dein eigenes Glück.

Niemand heilt durch Jammern seinen Harm.
– William Shakespear

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