Aufschieberitis bekämpfen in 5 einfachen Schritten

10.08.2009

Aufschieberitis bekämpfen

Jeder von uns ist manchmal ein Aufschieber. Aufschieberitis ist ein weit verbreitetes Phänomen, denn wer tut schon gerne Dinge jetzt, die er nicht gerne tut?

Leider kostet das ewige vor sich herschieben auch viel Kraft, und je mehr man vor sich herschiebt, desto mehr Kraft benötigt man, um überhaupt vorwärtszukommen. Ganz schlimme Fälle von Aufschieberitis bleiben stecken.

(Ich selbst leide auch an Aufschieberitis – alles was mit Buchhaltung zu tun hat, löst bei mir akute Aufschieberitis-Symptome aus.)

Was kannst Du also tun, um Aufschieberitis in den Griff zu bekommen?

  1. Esse einen Elefanten
    Wie isst man einen Elefanten? Einen Bissen nach dem anderen. Ich habe bisher noch nie erlebt, dass ein Mensch von einem Tag auf den anderen von Aufschieberitis in allen Lebensbereichen geheilt wurde. Versuche nicht, einfach so Aufschieberitis aus Deinem Leben zu verbannen. (Ein feierlicher Schwur, zum Beispiel am Neujahrstag, mag Dir zwar gute Gefühle machen und in Dir das Gefühl erzeugen, diesmal wirst Du es tatsächlich durchziehen… aber die guten Vorsätze fallen dem neuen Jahr dann doch meist nach wenigen Wochen zum Opfer).
    Stattdessen geh es Schritt für Schritt an. Such Dir einen Bereich aus, der Dir wichtig ist. Eine Aufgabe, die Du schon ewig vor Dir herschiebst. Es sollte keine allzu große Aufgabe sein – sie dient erstmal zu Trainingszwecken. (Wenn Du Boxen lernen willst, würdest Du wahrscheinlich auch nicht gleich in der ersten Boxstunde mit Mike Tyson in den Ring steigen). Nennen wir Sie “Aufgabe A”. Wenn Du ein echter Aufschieber bist, dann hast Du wahrscheinlich dutzende von Dingen, die Du vor Dir herschiebst, und alle auf einmal anzugehen ist so wie Jonglieren lernen wollen – und mit 8 Bällen gleichzeitig anfangen zu lernen.
  2. Erstelle einen Plan für “Aufgabe A”
    Um diese eine Schlacht gegen die Aufschieberitis zu gewinnen, brauchst Du einen Plan. Ohne Plan Aufgabe A anzugehen ist etwa so, wie mit verbundenen Augen in einen Boxring zu steigen. Plane so, dass Du den Plan auch tatsächlich einhalten kannst. Es ist verlockend, jeden Tag in Deinem Plan mit vielen Aktivitäten zu füllen, die Dich Deinem Ziel rasch näher bringen. Stattdessen jedoch unterfordere Dich mit Deinem Plan zuerst. Teile diese eine Aufgabe in viele kleine Schritte ein, und dann tue einen Schritt am Tag. Der Grund, weshalb Du Dich mit Deiner Planung unterfordern sollst, ist, dass es erstmal darauf ankommt, Deinen Plan-Ausführungs-Muskel zu trainieren.
  3. Lern von John Lennon
    John Lennon hat gesagt: “Leben ist das, was Dir passiert, während Du damit beschäftigt bist andere Pläne zu machen.” Aller guten Vorbereitung zum Trotz kann es trotzdem vorkommen, dass es hin und wieder mal einen Tag gibt, an dem Du Deinen Plan nicht richtig ausführen konntest. Anstatt sich dann mit bitteren Selbstvorwürfen zu bestrafen, und frustriert das Handtuch zu werfen weil man denkt: “Nichtmal so einen einfachen Plan kann ich durchführen”, erkenne, dass morgen ein neuer Tag ist, um Deinem Ziel näher zu kommen. Und dann sorg dafür, dass Du den morgigen Schritt garantiert tun wirst. (Z.B. indem Du Zeit dafür einplanst, Dich mental darauf vorbereitest, visualisierst, recherchierst, etc.)
  4. Behalte Deinen Punktestand im Auge
    Irgendwann wird es wahrscheinlich mal so aussehen: “Du 38 : Aufschieberitis 4”. An 38 Tagen hast Du Deinen Plan befolgt, an vier Tagen hat die Aufschieberitis gesiegt. Ganz egal wie das Verhältnis der beiden Zahlen sein wird – notiere es und behalte es im Auge. Es geht nicht so sehr darum, dass Du viel mehr Punkte hast als die Aufschieberitis. Es geht darum, dass der Vorsprung, den Du vor der Aufschieberitis hast größer wird, je mehr Zeit vergeht. Denn das zeigt: Du wirst stärker, während Deine Aufschieberitis an Kraft verlierrt.
  5. Hol Dir den Pokal
    Belohne Dich dafür, wenn Du Aufgabe A Schritt für Schritt erledigst. Sicher, es mag noch Aufschieberitis in anderen Bereichen Deines Lebens geben, aber wenn Du Aufschieberitis bei Aufgabe A erledigt hast, dann hast Du bewiesen, dass Du Aufschieberitis nicht nur bekämpfen, sondern auch besiegen kannst. Und das ist ein Grund zum Feiern. Belohn Dich dafür.

Foto: Konrad Małka

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