Du denkst wie Du denkst, dass Du denkst

24.05.2009

Gedächtnis im AlterViele Menschen glauben, dass ihr Gedächtnis im Alter nachlässt – und programmieren so ihr Gehirn darauf, tatsächlich schwächer zu werden.

Das ist nicht etwa esoterischer Glaube oder positiv-Denken-Doktrin, sondern das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Studie von der North Carolina State University in den Vereinigten Staaten.
Die Wissenschaftler stellten sich folgende Frage: Beeinflusst das, was wir über unser Gedächtnis glauben unsere Gedächtnisleistung? Oder funktioniert unser Gedächtnis völlig unabhängig von unseren Glaubssätzen?

Für manche Leute mag die Frage unsinnig erscheinen: Wenn wir denken, dass unser Gedächtnis im Alter nachlässt – kann allein dieser Gedanke unser Gedächtnis schwächen?

Um dem auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftler die Gedächtnisleistungen von Senioren unter verschiedenen Umständen getestet. Einmal wurden Versuchspersonen – allesamt Senioren – in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen sollten einen Gedächtnistest ausführen.

Einer Gruppe wurde gesagt: “Senioren schneiden bei dieser Art von Gedächtnis-Test schlechter ab als andere Alterklassen.”

Der anderen Gruppe wurde das nicht gesagt.

Gab es einen Unterschied zwischen den Testergebnissen der beiden Gruppen?

Vermutlich denken die meisten Menschen jetzt: Ja, es gibt einen Unterschied. Aber gerade, wenn Du NICHT zu diesen Menschen gehörst, gerade wenn Du glaubst, dass so ein negativer Kommentar keinen Unterschied macht, dann ist das, was Du gleich lesen wirst umso wichtiger.

Denn die Gruppe, die gesagt bekommen hat, dass ältere Menschen bei diesem Test schlechter abschneiden hat tatsächlich schlechter abgeschnitten als die andere Gruppe, die keinen “negativen Glaubenssatz” implantiert bekommen hat.

Kleine, oftmals gedankenlos dahergesagte Kommentare können einen erstaunlichen Einfluss auf andere Menschen – und uns selbst – haben.

Dr. Tom Hess, der diese und verwandte Studien geleitet hat, sagt auch: Wenn ältere Menschen glauben, dass andere ihres hohen Alters wegen auf sie herabsehen, schwächt das ihre Gedächtnisleistung.

Kurz: viele alte Menschen “passen sich der Schublade an, in die sie von anderen gesteckt werden”.

Und wenn Du einmal für einen kurzen Augenblick an Deinen Verwandten- und Freundes- und Bekanntenkreis denkst… fällt Dir dann nicht mindestens eine Situation ein, in der jemand zu einem älteren Menschen gesagt hat: “Na, in deinem Alter baut das Hirn halt ab.” “Im Alter ist das Gedächtnis halt nicht, was es einmal war.” oder – oftmals “scherzhaft” – “Du wirst auch schon langsam senil!”

Mir persönlich fallen jeden Tag Leute auf, die solche perfiden “Giftpfeile” verschießen. Tun sie es bösen Willens? Nein, ich glaube nicht. Sie tun es meistens, weil sie sich garnicht darüber im Klaren sind, was sie da eigentlich anrichten. Sie wissen nicht um die Macht des Wortes, sie kennen die Magie der Sprache nicht.

Doch wenn Worten solche Macht innewohnt – lässt sie sich dann nicht auch zu positiven Zwecken einsetzen?

Kann man mit positiven Kommentaren die Gedächtnisleistung älterer Menschen verstärken?

Dr. Tom Hess und seine Kollegen zumindest glauben das geht – sie sagen, dass Senioren, die eine positive Einstellung zu ihrem Alter haben tatsächlich ein besseres Gedächtnis haben.

In unserer Kultur sehen die meisten Menschen das Alters als etwas Schlechtes an. Alte Menschen sind unnütz, sie können nichts mehr leisten, sie kosten uns alle viel Geld weil wir für ihre Renten und Behandlungskosten zahlen müssen, und natürlich sind alte Menschen völlig aus der Mode… und peinlich noch dazu. Und alte Verwandte… na, man besucht sie mal, weil man halt anständig ist, aber wirklich was zu tun haben mit ihnen will man ja auch nicht. Und im Arbeitsleben, da ist es eine allgemein anerkannte Tatsache das einen “mit 50 keiner mehr haben will”.

Hier in meiner zweiten Heimat – in Thailand – und in vielen anderen asiatischen Kulturen, hat Alter eine ganz andere Bedeutung. Ältere Menschen sind hier immernoch Bestandteil der Familie, sind immernoch aktiv und spielen eine andere, ihnen angemessene Rolle in der Gesellschaft. (Nicht die Rolle des zur Last fallenden, pflegebedürftigen Senioren).
Ich persönlich weiß, dass Glaubenssätze nicht nur die Gedächtnisleistung alter Menschen beeinflussen, sondern die Gedächtnisleistung aller Menschen. Und dass es nicht nur für die Leistung des Gedächtnisses zutrifft, sondern für so ziemliches jedes Gebiet auf dem wir Leistung bringen.

Doch wenn wir unter Glaubenssätzen leiden, die unsere Gedächtnisleistung einschränken – was können wir dann tun, um aus diesem selbsterschaffenen “Kopfgefängnis” auszubrechen? Im KopfKurs habe ich mich mit Deutschlands bekanntestem – und der Meinung vieler Experten zufolge bestem – NLP- und Hypnose-Trainer zusammengetan, um negative Glaubenssätze über die geistige Fitness und das Gedächtnis durch positive zu ersetzen.

Mittels kunstvoll gewobener hypnotischer Metaphern werden dort Blockaden gelöst, die vielleicht schon seit Jahrzehnten heimlich im Hinterkopf Dein Gehirn und Dein Gedächtnis sabotieren. Die Aufnahme selbst dauert kaum eine halbe Stunde und wird von professionellen Musikern begleitet… hört sich an wie eine wirklich schöne Entspannungs-CD. (Aber nicht die Sorte von Entspannungs-CD auf der ein Meditationsguru über schlecht gemachten Synthesizerklängen und aufgenommenem Vogelgezwitscher rumsülzt).

Natürlich kann man auch selbst versuchen, negativen Glaubenssätze aufzulösen. Man kann seinen eigenen “Affirmationsmarathon” starten und über Monate hinweg tagtäglich immer wieder bestimmte Phrasen wiederholen wie “Mein Gedächtnis funktioniert gut, mein Gedächtnis funktioniert gut”… aber warum es sich selbst schwer machen, wenn jemand anderes all die schwere Vorarbeit schon geleistet hat?

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