Besser mit Ärger und Wut umgehen

02.08.2009

Ärger und Wut sind gute Emotionen – in bestimmten Situationen. Wenn wir in einen Kampf verwickelt sind können Ärger und Wut versteckte Kräfte mobilisieren, die uns den entscheidenden Vorteil geben.

In den meisten Fällen jedoch sind Ärger und Wut destruktiv. Schlecht für uns selbst, und für andere.

Eine natürliche Reaktion auf den Ärger ist es Dampf abzulassen – die Energie einzusetzen, die der Körper mobilisiert hat. Wenn schon niemanden schlagen, dann wenigsten Türen zuhaun, Teller an die Wand werfen, Tischplatten zerbrechen, schreiend herumtoben…

Eben “Kampf-Ersatz-Verhalten”. Denn heute sind die “Wutauslöser” meist ganz anderer Natur als vor ein paar tausend Jahren.

Was also tun?

Rauslassen oder runterschlucken?

Ärger ist schwer-verdaulich, deshalb ist runterschlucken schonmal keine gute Lösung.

Aber rauslassen ist etwa ebensoweise, wie einen Wespenschwarm anzustacheln und ihn dann in einem Kindergarten freizusetzen.

In der Hippie-Zeit gab es eine Art von Therapieform, in der Leuten ein Baseballschläger in die Hand gedrückt wurde, mit dem sie auf Kissen einschlagen sollten, um ihren Frust so abzubauen. So die Theorie. In der Praxis haben sie damit eher unkontrollierbare Wutanfälle trainiert, also quasi ein Verhaltensmuster ankonditioniert.

Im ersten Moment kann Abstand von der Situation nehmen oft hilfreich sein. Tatsächlich sich auch an einen anderen Ort begeben, zum Beispiel rausgehen. Und sich dann fragen: wenn ich wütend bin, dann bin ich es, weil irgendetwas nicht so gelaufen ist, wie ich es wollte. Was wollte ich denn eigentlich? Und welche Möglichkeit habe ich, doch noch dorthin zu kommen? Und: war das tatsächlich der “richtige” Wunsch, oder könnte es vielleicht sogar möglich sein, dass es gut ist, dass es nicht so gekommen ist wie ich es wollte?

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