Ein Pazifist zieht in den Krieg

13.07.2009

Eines der größten Rätsel der Menschheit für mich ist, dass sich immer wieder Leute finden, die freiwillig in den Krieg gehen.

Aus einem Krieg entsteht nichts Gutes. Schau es Dir nur einmal an. Menschen sterben. Ganze Länder gehen den Bach runter. All das, was mit viel Mühe, Fleiß, Disziplin und Liebe aufgebaut wurde (Familien, Unternehmen, Kunstwerke, Gebäude, Schulen, Tempel, Kirchen, Konzerthallen, Kaugummiautomaten, …) wird zerstört.

PanzerUnd so wundere ich mich immer wieder: warum gehen Menschen in den Krieg? Warum sehen Sie nicht, dass es nicht um “Freiheit” geht, nicht um Frieden, Demokratie oder gar Sicherheit, sondern einzig und allein um Machtinteressen von Menschen, die sich einen Dreck scheren um die, die im Krieg ihr Leben auf’s Spiel setzen (und ihre Familien daheim).

Aber letztends kam ich vom Markt und ein Typ in seinem Auto fuhr mich fast mit seinem Auto an – gerade so noch machte ich einen Satz zur Seite. Er hat mich gesehen, aber in Thailand denken leider manche: wer zu Fuß geht, ist selber schuld, wenn er von einem Auto angefahren wird. Vor allem wenn es ein teures Auto ist.

(Die Einstellung dieser Autofahrer zu Fußgängern ist in etwa die gleiche Einstellung, die wir Menschen im Allgemeinem zu Ameisen haben. Wir treten nicht absichtlich Ameisen tot, aber wenn wir ausversehen auf eine treten, bereitet uns das keine Sorgen).

Ich schrie ihm hinterher und winkte wütend mit den Armen, wollte ihm eine verpassen und mein Blick huschte schnell über die Straße um zu sehen ob nicht ein Stein zur Hand wäre, den ich noch hinterwerfen konnte, um sein Auto zu ramponieren…

… und dachte mir dann: Ramin, wenn Du (der Pazifist) wegen so einer Lappalie immernoch so aus der Haut fahren kannst, warum fällt es Dir dann so schwer zu begreifen, dass es Leute gibt, die in den Krieg ziehen?

Foto: Andrzej Skwarczyński

PS: Hier noch ein schöner Artikel zum deutschen Nicht-Krieg in Afghanistan, über den sich deutsche Politiker einig sind: am besten nicht drüber sprechen.

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