Über die Freiheitsstatue fliegen

05.07.2009

Die Freiheitsstatue ist wieder eröffnet worden am Wochenende. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurde sie gesperrt – später konnte man dann wieder hinein, aber nicht bis in die Krone.

Das hat sich jetzt geändert. Am Samstag konnten die ersten Schaulustigen wieder den Ausblick aus der Krone der Freiheitsstatue genießen.

Und für mich ruft das Erinnerungen wach: an meinen Flug im Hubschrauber um und über die Freiheitsstatue, das Empire State Building, Ground Zero, Central Park, die Bronx, die Bridge und… ach, Manhattan eben 🙂

Aber schau selbst:

Noch ein Grund, weshalb ich mein Leben so sehr liebe: all die wundervollen Erfahrungen, all die kleinen und großen Abenteuer, all die schönen Orte…

Und noch dankbarer bin ich dafür, dass ich die schönen Momente meines Alltagslebens so sehr genießen kann.

Eine (klitzekleine, willkürliche) Auswahl an Dingen, für die ich dankbar bin und die mich erfreuen:

Morgens mit Tookta aufstehen und duschen, zusammen essen, eine gute Zeit mit guten Freunden zu verbringen. Der angenehme Fahrtwind auf dem Motorrad. Die frischen Früchte, das gute Obst. Mein Garten mit Papaya- und Pomelobäumen, Zitronensträuchern, Kräutern und Gewürzen. Die tollen Menschen die mich auf der Reise des Lebens begleiten. Das Internet (ist das ein Kontrast, oder was?). Nicht laufen zu müssen, sondern mich einfach in ein Taxi setzen zu können und in 30 Minuten an einen Ort zu kommen, den ich zu Fuß nur nach einem Tagesmarsch erreicht hätte. Mein Telefon – einfach ein paar Knöpfe drücken und mit so ziemlich jedem Menschen der Welt eine Unterhaltung führen zu können. Menschen, die zurücklächeln. Menschen, die zuerst lächeln. Meine Gesundheit…

… [10.000 andere Dinge]…

… und…

… (natürlich, aus gegebenem Anlass)…

… die Freiheiten, die ich genieße.

Aber warum schreibe ich all das? Um zu zeigen, wofür ich dankbar bin?

Nope. Das interessiert niemanden.

Aber viele Leute sind nicht dankbar, für all die Geschenke, die Ihnen das Universum/der Liebe Gott/das Schicksal/sie selbst sich gemacht haben.

Sie erfreuen sich auch nicht daran.

Stattdessen schauen sie auf all das, was andere haben, das ihnen “fehlt”.

Und schauen dann abschätzig auf das, was sie haben.

  • “Der fährt einen Lexus, und ich hab nur einen Toyota!”
  • “Der trägt Patek-Philippe – und ich Swatch!”
  • “Der hat eine Villa in Südfrankreich – und ich eine Mietwohnung in Wedding!”
  • “Der hat eine Nikon D90 – und ich nur eine Nikon Coolpix!”
  • “Wenn ich so aussehen würde wie die, würden mir auch die Männer hinterherlaufen.”
  • “Ihr Vater ist ja auch Bänker – meiner nur Bauarbeiter.”
  • “Sein Papagei kann sprechen – meiner krächzt nur!”
  • “Der hat drei Kugeln Eis bekommen, und ich nur zwei!”
  • und so weiter…

Ich habe viele Leute kennengelernt, die “das große Los” gezogen haben. Die Lexus fahren, Patek-Philippe tragen und Villen in der ganzen Welt verstreut haben, First Class fliegen, und in fünf Sterne Hotels die . Und trotzdem sind sie unglücklich. (Nicht jeder, aber einige. Geld macht nicht unglücklich. Es macht nur nicht notwendigerweise glücklich).

Aber ich kenne niemanden, der einen Alltag voller kleiner Freuden hat, der nicht glücklich ist.

Wenn Du morgens neben einen Menschen aufwachst, den Du liebst.

Wenn Du schon zum Frühstück ein Essen genießt, dass Deinem Körper gute Energie spendet.

Wenn Du Dich im Vorbeigehen an den Blumen am Wegesrand erfreust.

Wenn Du Dich daran erfreust, dass Du Schuhe trägst, die bequemer sind als königliche Stiefel im Mittelalter.

Wenn Du es genießt, eine Prise Salz auf Deine Tomaten zu streuen – um Salz wurden einst Kriege geführt, und nur die Reichen konnten es sich leisten. Oder Kakao. Kaffee. Zimt….

Wenn Du Dich an einem schönen Musikstück erfreuen kannst. (Wer vor 200 Jahren Musik hören wollte, der musste in die Kirche gehen, oder auf’s Fest, oder eine Musikantenstube – aber sich selbst aussuchen, was man hören will? Und wie und wann und wo und mit wem man es hören will?)

Die Tatsache, dass Du zwei gesunde Beine hast.

Im Grunde genommen zeugt die Tatsache, dass wir nicht alle beständig in einem Zustand höchster Extase durch`s Leben gehen davon, dass wir alle ordentlich einen an der Waffel haben.

Also, wofür kannst Du heute dankbar sein, dass Du sonst als selbstverständlich hinnimmst? Woran kannst Du Dich heute erfreuen?

Wenn Du glücklicher werden möchtest, dann fang damit an glücklicher zu sein. Trainier Deinen “Glücklichkeits-Muskel”, so dass auch der kleinste Anlass Dir genügt, großes Glück zu empfinden.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: