Geistige Gymnastik: Während des Wartens

11.08.2009

geistige Fitness

Ende letzten Jahres sprachen viele Freunde von mir über ein Buch namens “Kopf schlägt Kapital”, von Prof. Dr. Günter Faltin. Hast Du schonmal von Teekampagne-Tee gehört? Faltin ist derjenige, der diese Firma ins Leben gerufen hat.

Trotz der vielen Worte habe ich es nicht gelesen, und um ehrlich zu sein: es steht nicht auf meiner Liste. (da steht schon zu vieles 🙂 )

Aber was mir gefällt, ist, dass das Buch einen häufigen Irrtum schon im Titel aufräumt. Viele Menschen meinen man brauche Geld, um etwas zu unternehmen. Viel wichtiger ist jedoch Dein Kopf, als Dein Geldbeutel.

Und um Deinen Kopf fit zu halten, musst Du geistig aktiv sein.

Viele von uns verbringen jeden Tag eine Stunde oder mehr “wartend”. Wartend irgendwo anzukommen (zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, wenn wir “wartend” im Auto sitzen, oder warten mit der Bahn fahren, oder bei der Kassiererin im Supermarkt, oder, oder, oder).

Diese Zeit kannst Du aktiv nutzen um geistige Gymnastik zu machen.

Denn oftmals “stumpfen wir ab”. Wir achten nicht mehr auf “Nebensächlichkeiten”, und betrachten die Welt durch die Augen eines Menschen der “alles schon kennt” (und den nichts mehr interessiert). Für Kinder jedoch ist alles aufregend. Vor einiger Zeit bin ich zum ersten mal mit meinem Neffen U-Bahn gefahren. War der begeistert! Und neugierig. Und aufgeregt. Und gewundert hat er sich, über die vielen Leute, und sie angeguckt und wohl gerätselt, wer das ist.

Das geht auch heute noch. Ich frage mich oft: “Was arbeitet der wohl? Was macht er in seiner Freizeit? Wie alt ist der? Ist er in einer Beziehung oder solo? Wie ist der wohl aufgewachsen? Geht er von zuhause irgendwo hin, oder kommt er von irgendwo her und fährt zurück nach Hause?”

Du kannst Dir im Grunde genommen endlos Fragen stellen und so nicht nur Deine Aufmerksamkeit und Deine Beobachtungsgabe schärfen, sondern gleichzeitig auch ein bisschen Spaß haben.

(Ich glaube einer der Gründe, dass ich die Faszination von Quiz-Shows nicht nachvollziehen kann, ist, dass ich jeden Tag meine eigenen kleinen Quiz-Shows im Alltagsleben mache. Und die Fragen sind für mich viel interessanter als die, die im Fernsehen gestellt werden).

Und dann kannst Du die Leute einfach ansprechen, Dich ein bisschen mit ihnen unterhalten. Manche Leute werden offen für eine kleine Unterhaltung sein, manche nicht, und schon alleine das herauszufinden kann interessant sein.

Thomas, ein Freund von mir, hat mich das erste mal auf das U-Bahn-Experiment hingewiesen. Er ist jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit gefahren und war die ganzen sauertöpfischen Gesichter leid, da hat er es sich zur Gewohnheit gemacht jeden Tag einen Menschen in der U-Bahn anzusprechen.

Ich habe mal darüber gelesen, dass die Häufigkeit, mit der soziale Interaktion stattfindet ein Indikator dafür ist, wie gesund man ist. Ich glaube es war in Malcom Gladwell’s Outliers. Er berichtete über eine Region in den USA, in denen es eine erstaunlich niedrige Rate an Herzerkrankungen gab. Wissenschaftler wurden darauf aufmerksam und studierten die Gewohnheiten der Region.

Zuerst vermuteten sie, dass es etwas mit den Ernährungsgewohnheiten der Region zu tun habe. Aber das war es nicht.

Klima?

Nope.

Lebensweise?

Nope.

Jedoch viel den Wissenschaftler auf, dass die Leute sich oft auf der Straße grüßten und kleine Unterhaltungen miteinander pflegten. Und schließlich war das der einzige Faktor, der für diese Region einzigartig war.

(Ich sollte das eigentlich nochmal nachlesen, habe das Buch aber nicht parat. Wer sich selbst überzeugen will, der kann ja selbst nachlesen. Ich hoffe ich hab das richtig in Erinnerung).

Allein das ist also schon ein Grund, öfter mal ein Gespräch mit jemandem anzufangen.

(Mehr Tipps für geistige Fitness gibt es im Kopf Kurs).

Fotovorlage: Lynne Lancaster

{ 2 comments… read them below or add one }

Florian Komm August 11, 2009 at 18:00

Ergänzende geistige Nahrung zum Buch Kopf schlägt Kapital finden Interessierte auch auf Prof. Faltins Internetseite http://www.entrepreneurship.de .

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Ramin August 11, 2009 at 18:17

Hey Florian,
danke für den Hinweis!

Ramin

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