Gefährliche SonnenSchutz-Irrtümer

25.06.2009

Stiftung Warentest hat mal wieder getan was sie am besten tut: getestet. Diesmal Sonnencremes. Das erfreuliche Ergebnis: einige der besten waren zu gleich auch die billigsten.

sonnenscheinIm allgemeinen schmieren wir uns Sonnencreme auf die Haut um Sonnenbrand zu vermeiden. Und uns vor Hautkrebs zu schützen.

Die gefährlichste Art von Hautkrebs ist der schwarze Hautkrebs.

Jedes Kind weiß, dass Sonnenstrahlen das Risiko an Hautkrebs zu erkranken erhöhen können.

Aber woher wissen wir das eigentlich?

Woher weißt Du es?

Weil Deine Eltern es Dir mal gesagt haben? Dein Arzt? Deine Lehrer? Freunde? Verwandte? Experten in den Medien?

Und woher wissen die es?

Interessanterweise scheint keiner genau zu wissen, woher man das eigentlich weiß.

Ein paar Fakten:

  • schwarzer Hautkrebs taucht häufiger bei Menschen auf die innerhalb von Gebäuden arbeiten als bei Menschen die draußen – unter freiem Himmel, der Sonne ausgesetzt – arbeiten
  • tödliche Melanome finden sich besonders häufig in Regionen, die überhaupt keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind
  • Patienten mit schwarzem Hautkrebs die zuvor viel Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren haben höhere Überlebens-Chancen als Patienten mit geringer vorheriger Sonnenbestrahlung (siehe eine Studie vom Juni 2008)
  • Eine australische Studie (aus dem Jahr 1993!) hat gezeigt, dass eine fischreiche Ernährung die Melanomrate um 40% senken kann – vermutlich aufgrund der vielen Omega-3-Fettsäuren im Fisch

Hautkrebs hat vermutlich viel damit zu tun, was wir essen als mit natürlicher Sonnenbestrahlung.

Das soll nicht heißen, dass alle Ärzte, Experten und sonstigen Autoritätsfiguren unrecht haben.

Denn in der Tat: exzessive Sonnenbestrahlung kann zu Hautkrebs führen. Und ein Sonnenbrand ist eindeutig ein Signal Deines Körpers, dass Du zuviel Sonne getankt hast. Aber der beste Weg Dich gegen Sonnenbrand zu schützen ist nicht mit Sonnencreme, sondern mit Schatten. Vermeide starkes Sonnenlicht und trage Kleidung Dich vor der Sonne schützt wenn Du längere Zeit draußen bist. Und wenn die Sonne besonders aggressiv herunterprallt, dann vermeide es zu diesen Stunden des Tages nach Möglichkeit herauszugehen. Und Solariums-Brutzelorgien sowieso.

Aber daraus zu schließen, dass Sonnenbestrahlung per se schlecht und gefährlich ist, könnte ein gefährlicher Irrtum sein. Mehr und mehr medizinische Forscher erkennen, dass natürliches Sonnenlicht sogar vor Hautkrebs schützen kann – und ein Mangel an natürlichem Sonnenlicht (und ein damit verbundener Vitamin D-Mangel) das Risiko an Hautkrebs zu erkranken sogar erhöht.

Nachtrag vom 29. Juli 2009: Japanische Forscher haben herausgefunden, dass Nanopartikel, die zum Beispiel in bestimmten Sunblockern enthalten sind, die Hirnentwicklung von Föten beeinflussen können.

Wichtig pupichtig: Ich bin kein Arzt, kein
Mediziner und kein Experte. Das ist meine
persönliche Meinung, und ich teile sie hier nur,
weil ich den Eindruck habe, dass die üblichen
Informationen zum Thema Hautkrebs nicht dem
heutigen Erkenntnisstand der Wissenschaft
widersprechen. Die Tatsache, dass die meisten Ärzte
diese Argumentation nicht ernst nehmen heißt meiner
Meinung nach nicht allzu viel, denn von 100
praktizierenden Ärzten gibt es vielleicht fünf, die
die Zeit und das Interesse haben solche neuen
Entwicklungen zu verfolgen. Der Blog-Post hier ist
kein Ratschlag oder Aufruf auf Sonnencreme zu
verzichten, oder Dich in der Sonne brutzeln zu
lassen, sondern ein kleiner Anstoß, der - wenn's
Dich interessiert, vielleicht dazu dient, dass Du
selbst ein bisschen recherchierst.

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Gaba June 25, 2009 at 13:21

Lieber Ramin,
wie schön, dass Du ein bisschen Licht ins Dunkel um die Sonne bringst.
Ich bin ein Sonnenkind – ich liebe die Sonne und die Sonne liebt mich. Ich hatte noch nie (!) einen Sonnenbrand und gehe so oft ich kann nach draußen, wenn sie scheint.
Vielen Dank für Deinen schönen Gedankenanstoss,
sonnige Grüße aus dem Regen,
besser und besser,
Gaba

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Ramin June 26, 2009 at 09:01

Hi Gaba,

dass DU ein Sonnenkind bist hab ich mir schon gedacht 🙂
Und offensichtlich hast Du ein gutes Gespür dafür, wieviel Sonne Dir gut tut. Vielleicht ist das ein Nebeneffekt der Entspannung? Dass Du die Signale viel genauer wahrnehmen kannst.

Viele Grüße,
Ramin

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Tychikus October 16, 2009 at 17:10

Recht hast Du!

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