Fliegende Elefanten & Fantasie

23.06.2009

Früher musste man noch gewisse Substanzen zu sich nehmen um fliegende Elefanten zu sehen, heute braucht man nur die Zeitung aufschlagen (oder auf diesen Link klicken).

Und ich frage mich, was man bei Disney in der Kreativabteilung zu sich nimmt. (Ich empfehle DIE LAUTSTÄRKE RUNTERZUDREHEN, bevor Du das Video abspielst…)

(Diejenigen, die sich darüber beschweren, wie “unelefantisch” und tierfeindlich hubschrauberliche Elefanten-Beförderung ist: es ist immernoch tierfreundlicher als ihn dort zu lassen wo er war, und zu riskieren, dass die Bauern der Region ihm den Rüssel abschneiden). Und scheinbar hat er den Flug ja gut überstanden.

Ich weiß nicht, wer als erster auf die Idee gekommen ist einen Elefanten unten am Hubschrauber anzubinden und durch die Luft zu fliegen, aber dazu bedarf es schon einer gehörigen Portion Fantasie.

Und wer selbst mal einen Kreativitätskick braucht, für den gibt`s ja auch – so paradox das klingen mag – systematische Ansätze und Techniken um die eigene kreative Intelligenz hervorzukitzeln.

Kreativitätstechnik: Das Ideen-Feuerwerk

Wenn ich eine neue Idee bekommen will, bediene ich mich oft einer Technik die ich das Ideen Feuerwerk nenne. Die funktioniert so:

Phase 1: Nimm Karteikarten zur Hand, wische alles von Deinem Schreibtisch, stelle eine Stoppuhr ein und tue dann für 10 Minuten nichts anderes als Ideen aufschreiben.

Auf jede Karteikarte eine Idee. Die meisten Ideen sind miserabel und unrealistisch, aber das macht nichts. Was zählt sind die Ideen. Überlege nicht lange, formuliere nicht genau aus, sondern schreibe nur den groben Gedanken auf, manchmal nur mit einem Stichwort. Und, in den 10 Minuten hagelt es Ideen wie aus einem Maschinengewehr.

Phase 2: Dann lege die Karten beiseite, mache etwas anderes.

Phase 3: Später am Tag schaue Dir die Karten nochmal an. Und dabei kommen Dir meistens schon neue Ideen. Stoppuhr her, nochmal 10 Minuten Ideenfeuerwerk auf neue Karteikarten.

Phase 4: Wiederhole den Prozess so oft, bis Du eine Idee gefunden hast, die Dir gefällt. Je nachdem, wie komplex das Unterfangen ist, kannst Du auch 5 Minuten Ideenfeuerkwerk machen, oder sogar 2 Minuten.

Freie Bahn für’s Denkorgan

Wichtig ist dabei, dass Du in den Ideen-Aufschreib-Phasen nichts anderes tust als Ideen aufschreiben. Kein Telefon, nicht nebenher im Internet surfen, nicht dabei TV gucken oder Radio hören… Nur Ideen aufschreiben. Und bewerte die Ideen nicht. Viele Ideen werden schlecht und unrealistisch sein, und Du wirst es schon vorab erkennen, aber schreib sie trotzdem auf. Damit signalisierst Du Deinem Unterbewusstsein, dass es in Ecken kramen soll, die sonst “No-Go Areas” in Deinem Hirn sind. Und genau dort willst Du hin 🙂

Kopf weit aufmachen

Wichtig ist auch, dass Du Dich beim Aufschreiben der Ideen nicht zu tief in eine Idee verbeißt. Du willst nicht jedes Detail ausloten, Du willst die Idee festhalten. Manchmal reicht dafür ein Stichwort, manchmal reichen dafür ein paar lose zusammengewürfelte Worte, manchmal ein oder zwei Sätze, aber nicht mehr. Denn wenn Du Dich in dieser Phase zu intensiv mit einer bestimmten Idee beschäftigst, wirst Du immer an Limitierungen und Grenzen stoßen, die Deine Vorstellungskraft “enger” anstatt “weiter” machen.

Dr. Pingelich und Professor Haarspalter

Der rationale Kritiker in Dir wird später noch genügend Zeit haben, Ideen auseinanderzunehmen, Mängel aufzeigen, und so weiter. Aber in dieser Phase soll er einfach mal Urlaub machen und Fünfe gerade sein lassen. “Quality control” kommt später 🙂

Kreativ Techniken gibt es wie Sand am Meer – und das hier ist mit Sicherheit nicht “die Beste”. Aber sie funktioniert fantastisch und ist leicht durchzuführen. Wer imstande ist kreativ zu denken, hat mehr vom Leben, nicht nur im Berufsleben und bei künstlerischen Tätigkeiten. Sogar für das Gedächtnis und das Erinnerungsvermögen spielt Kreativität eine große Rolle – wer ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen hat, der ist viel besser imstande sich Dinge, Fakten, Zahlen und Informationen zu merken. Deshalb wird im Kopf Kurs auch darauf eingegangen.

Eine Mikro-Kreativitätstechnik ist Dich zu fragen: Was hätte McGuyver getan? 😉 Der hätte wahrscheinlich ein Elefanten-U-Boot gebaut, mit Rüsselperiskop.

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