Dein Hirn wächst so lange Du es lässt

27.05.2009

Viele Menschen glauben, dass man als Kind am leichtesten und schnellsten lernt, als Jugendlicher immernoch (nur die Jugendlichen glauben das meist nicht), in den zwanzigern ist das Hirn immernoch frisch, aber für manch einen hört’s da schon auf, und es findet ein GSP (Gehirn-Schrumpfungs-Prozess) statt, die meisten hegen diese Glaubenssätze jedoch bei der 40+ Generation.
Und für viele Jahre “wussten” die Wissenschaftler, dass dem tatsächlich so war.
Studien hatten bewiesen, dass das Gehirn ab einem bestimmten Alter “schrumpft”, und erklärten sich so das oft beobachtete Nachlassen der geistigen Fähigkeite bei älteren Menschen.
Die Realität sieht anders aus, und auch die Wissenschaftler haben das bereits vor etwa 20 Jahren entdeckt. Denn das Gehirn kann in jedem Alter neue neuronale Verbindungen schaffen. Leider hat diese Entdeckung bisher ihren Weg durch die limitierenden Glaubenssätze vieler Menschen nicht gefunden.
Ausschlaggebend ist nicht so sehr Dein Alter, sondern Dein Wille Neues zu lernen und Dich auf Neues einzulassen, Deine Begeisterungsfähigkeit und geistige Disziplin.

Was zählt, ist nicht das was Du hast, sondern das was Du tust mit dem was Du hast. Es ist nie zu spät “schlau zu werden”.

Wenn Du mit Deinen geistigen Fähigkeiten nicht zufrieden bist – egal ob es Dein Gedächtnis, Deine Konzentrationsfähigkeit, Deine Auffassungsgabe, Deine Schlagfertigkeit, Deine Lesegeschwindigkeit, Deine Intelligenz oder Deine Kreativität ist – dann unternimm etwas. Fang an zu trainieren. Wenn Du Deinen Körper in Form bringen willst, wirst Du körperliches Training machen und Dich (vielleicht) gesünder ernähren. Für Dein Gehirn gilt das gleiche: wenn Du es gezielt trainierst, dann wird es “schlauer”.

Und übrigens hilft sogar körperliches Training dem Gehirn fit zu bleiben – etwa 20-30 Minuten aerobes Training drei mal die Woche werden Deine mentalen Fähigkeiten auf Vordermann bringen, wenn Du derzeit nicht sportlich aktiv bist.

Wichtig beim Training ist jedoch nicht nur, dass Du es tust – sondern vor allem auch, dass Du es richtig tust. Nehmen wir das Joggen als Beispiel. Als ich noch in Berlin gewohnt habe bin ich gerne zum Schlachtensee baden gefahren. Viele Leute joggen dort am Wasser entlang. Es ist ja auch ein sehr schöner Ort, im Schatten der Bäume und inmitten all des Grüns. Doch ab und zu, da wird das schöne Bild jäh zerissen: schnaufend und keuchend und stampfend hört man ihn schon von weitem her. Den Knie- und Rückenschinder. Er joggt, vermeintlich seiner Gesundheit wegen. Doch gesund ist das, was er tut nicht. Bevor er seinen Körper so an die Grenzen bringt, sollte er eine Laufanalyse machen – und lernen wie er richtig läuft. Denn so wie er es macht, da geht es auf die Knie, auf den Rücken und die Gelenke. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich so verletzen wird, dass er aufhören muss zu joggen – weil der Schmerz einfach zu viel wird, weil seine Gelenke nicht mehr mitmachen. Ja, er hat trainiert – doch er hat sich mit falschem Training selbst geschadet.

Oder nehmen wir das Beispiel von jemandem der eine Sprache lernt – er mag noch so viel üben und auswendiglernen, doch wenn er Worte falsch ausspricht, und diese falsche Aussprache ständig übt und wiederholt, dann “lernt” er schlecht zu sprechen.

Deshalb ist es wichtig, dass Du einem bewährten Programm folgst wenn Du Dein Hirn trainierst. Denn falsches Hirntraining kostet Dich zwar Zeit und Mühen, bringt jedoch nicht die gewünschten Resultate.

Viele Programme, die Gehirntraining anbieten, sind leider realitätsfern. Denksportaufgaben mögen ja so manchem Freude bereiten – genau wie Kreuzworträtsel. Und ja, man übt, und ja, man erzielt Fortschritte – schneidet bei Tests besser ab nachdem man das Programm befolgt hat, als zuvor. Doch sind diese Ergebnisse meist nicht übertragbar auf das echte Leben. Ein “Gutfühleffekt” ist sicher da – aber wenn die Fortschritte nur auf das Gehirntraining selbst beschränkt sind, hat es dann wirklich seinen Nutzen erfüllt?

In einem Beitrag Mike Schaefer spricht Florian Schmiedek vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung über das Trainieren des Gedächtnisses, indem zufällige Worte zu merken. „Doch das bedeutet nicht schon, dass sich die Merkfähigkeit insgesamt verbessert hat. Also dass man beispielsweise nun auch besser Namen zu Gesichter zuordnen, sich besser Telefonnummern merken kann oder sich den Ort merkt, wo man sein Auto geparkt hat,“

Der KopfKurs ist immer auf Anwendbarkeit ausgerichtet – darauf, tatsächlich nutzen in Deinem Leben zu bringen. Deinen Kopf fitter für die Anforderungen Deines Lebens zu machen. Ich nenn’ es Gehirntraining für’s echte Leben.

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