Die neue Panik-Pille – ganz ohne Nebenwirkungen?

19.06.2009

[podcast]http://www.dasdu.de/wp-content/uploads/2009/06/20090619PanikPille.mp3[/podcast]
XBD173. Das ist die Substanz, die den Panik-Attacken ein Ende machen soll. Ganz ohne Nebenwirkungen. Sagen jedenfalls die Wissenschaftler, die gerade damit experimentieren.

PanikPilleRainer Rupprecht vom Max-Planck Institut in München sieht das als großen Fortschritt. Denn früher gab man den Leuten gegen ihre Panik Beruhigungsmittel. Nur machten die leider auch müde, und abhängig.

Also verschreibt man ihnen heute überlicherweise Antidepressiva. Hier sei der Nachteil, dass die Wirkung erst nach Wochen oder Monaten eintrete.

(Interessant finde ich, dass er andere Nebenwirkungen von Antidepressiva garnicht für erwähnenswert hält:

  • mögliche Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva: Verlangsamung oder Beschleunigung des Herzschlags; Müdigkeit, Schlafstörungen; Blutdrucksenkung oder -steigerung; Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel; Sehstörungen; Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss; Verstopfung oder Durchfall; Erektionsstörungen, Nachlassen des sexuellen Verlangens; Hitzewallungen, Frieren; Gewichtszunahme
  • mögliche Nebenwirkungen von Serotonin-Aufnahmehemmern: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall; Mundtrockenheit; Schlafstörungen; Schwitzen; Durchfall; Sexuelle Störungen.
  • mögliche Nebenwirkungen von MAO-Hemmern: Mundtrockenheit; Schlafstörungen; Schwindel; Gelegentlich Verdauungsstörungen; Übelkeit; Angstzustände.
    (Quelle: VitaNet)

Der neue Wunderstoff, XBD173, soll Abhilfe schaffen. Ganz ohne Nebenwirkungen. Nur, marktreif sei der Stoff noch nicht, das dauere noch zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen die Pharmafirmen den Forschern sicherlich ganz fest die Daumen drücken, dass sie auch weiterhin keine Nebenwirkungen finden.

Und wo wir gerade beim Thema PharmaFirmen sind:

Und hier noch eine wesentlich ausführlichere (und längere, etwa 1h) Dokumentation namens “Das Pharma-Kartell”:

Und dann sind da natürlich noch Fälle wie das Herausgeben von “medizinischen Fachblättern”, die in Wirklichkeit verkappte Werbung sind.

Oder wie am 11. Juni rausgekommen ist, zu lesen auf Bloomberg (englisch) – häufig schreiben Pharmafirmen selbst “medizinische Studien”. Dann suchen sie nach Ärzten, die bereit sind ihren eigenen Namen unter die Studie zu setzen und so zu tun, als wäre der Artikel von ihnen selbst verfasst. Damit nicht mehr erkennbar ist, dass die “medizinische Studie” in Wahrheit Werbung ist. Es gibt sogar Anleitungen, wie man Wissenschaftler einstellt, die “gefällige” Studien durchführen und veröffentlichen können.

Nachtrag 19. Juli 2009: Im Artikel “Krankenkassen animieren Ärzte zu schummeln” wird auch den Krankenkassen vorgeworfen, unethisch zu handeln.

Mehr Lesen zur nebenwirkungsfreien Panik-Pille:

Foto: Lieven Volckaert

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: