Das "Depressions-Gen" macht doch nicht depressiv

18.06.2009

[podcast]http://www.dasdu.de/wp-content/uploads/2009/06/20090618-depressionsgen.mp3[/podcast]

Im Jahr 2003 haben Wissenschaftler ein Gen identifiziert, welches von vielen als “das Depressions-Gen” angesehen wurde. Dieses Gen erhöhe das Risiko an Depressionen zu erkranken um ein Vielfaches, so die Forscher damals. Und schon wurde verkündet, dass dank Gentherapien bald Depressive von ihrem Leiden befreit werden können. Und Unternehmen sind bereits dabei, den Gentest als Produkt zu vermarkten – damit jedermann sich testen lassen kann, ob er denn das Depressions-Gen habe oder nicht. Damit ließe sich viel Geld verdienen.

depressions-gen

Und weil das ein so (medizinisch wie finanziell) vielversprechender Ansatz war, sind viele Studien zu dem Thema betrieben worden. Unter der Leitung von Kathleen Merikangas vom National Institute of Mental Health in den USA sind die Ergebnisse dieser Studien nun ausgewertet worden. Insgesamt waren 14250 Personen in diese Studien involviert.

Das Ergebnis? Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Serotonin-Gen und dem Risiko an Depression zu erkranken gefunden werden.

Natürlich kann man nicht ausschließen, dass es tatsächlich genetische Ursachen für Depression (und anderen Erkrankungen gibt). Aber zugleich sollte man sehr vorsichtig sein, sich zusehr auf die Versprechungen der Wissenschaft zu verlassen, dass es für jedes Problem (zum Beispiel Depressionen) eine Lösung gibt, die in einer Pille oder Spritze steckt.

Unser eigenes Glück und unser eigenes Wohlbefinden liegt in den meisten Fällen in unserer eigenen Hand. Wer unter Depressionen leidet, dem kann auch ohne Medikamente geholfen werden. Ein aktiver Lebensstil, gesunde Ernährung und gute Freunde ist der beste Schutz gegen Depressionen. Meiner Meinung nach sollte man vor allem nach jemanden suchen, der einem zu einer solchen Lebensweise verhelfen kann, und sein Schicksal nicht nur in die Hände eines Arztes legen, der Pillen und Tropfen verschreibt.

Quelle: Much Touted “Depression Risk Gene” May Not Add to Risk After All

Foto: von www.rodolfoclix.com.br

{ 2 comments… read them below or add one }

Hannes June 18, 2009 at 08:44

“Unser eigenes Glück und unser eigenes Wohlbefinden liegt in den meisten Fällen in unserer eigenen Hand.” – Ein sehr schönes Fazit für diese Meldung, denn so sieht aus. Leider sind viele Menschen so naiv, in irgendwelchen neuen Errungenschaften gleich das neue Glück zu sehen.

Reply

DasDu June 18, 2009 at 09:04

Eben – ist auch mit ein Grund, weshalb ich so begeistert von Deinem Blog bin. Du bist nicht nur Marathonläufer, sondern Du teilst Deine Erfahrungen auch noch und inspirierst andere damit. Ich zum Beispiel laufe jetzt wieder morgens – wenn auch nur “Micro-Marathons” 😉

Reply

Leave a Comment

Previous post:

Next post: