"Abkürzung" im Gehirn macht Dich dick

17.06.2009

Wissenschaftler der Universität Pennsylvania haben eine “Abkürzung” im Gehirn gefunden, die mit dafür Verantwortlich sein könnte, warum es in Industrieländern soviele Übergewichtige gibt – und warum es ihnen so schwer fällt abzunehmen.

Manchmal ist unser Gehirn faul – und nimmt lieber eine Abkürzung. Und in vielen Situationen ist das auch gut so. Beispielsweise wenn wir an einer roten Ampel stehen und es wird grün. Wir gehen einfach los. Wir müssen nicht erst überlegen: “Gehe ich jetzt los oder warte ich erst noch ein bisschen? Mache ich den ersten Schritt mit dem rechten, oder dem linken Bein? Oder hüpfe ich mit beiden Beinen vom Bordstein und gehe dann weiter? Renne ich wie bei einem Spurt?” Und, und, und. Das mag lächerlich klingen, aber unser Gehirn hat unzählige Möglichkeiten auf das grüne Ampelsignal zu reagieren. Aber wir haben einfach gelernt: “Grün heißt gehen”, und dann gehen wir los, einfach so.

gefraessig

Diese “Abkürzungen” sind gut, denn sie schaffen Platz im Kopf für wirklich wichtige Dinge, damit wir nicht zuviel Zeit und Energie in Banalitäten investieren.

Diese “Abkürzungen” im Kopf machen uns das Leben leichter. Aber manchmal werden sie uns zum Verhängnis.

Zum Beispiel wenn es darum geht, Portionsgrößen zu schätzen.

Denn unser Gehirn “filtert” nicht nur irrelevante Informationen aus, sondern auch relevante.

Die Forscher beispielsweise baten Teilnehmer das Gewicht von Frauen zu schätzen. Sie zeigten den Versuchsteilnehmern ein Foto und gaben die Körpergröße der Frau an.

Interessant ist, dass die Versuchsteilnehmer das Gewicht der Frauen anhand der Körperform schätzten, und dabei die Körpergröße weitgehend ignorierten. Eine Frau die also 1,84 m groß ist, aber eine schlanke Figur hat, wurde als leichter eingeschätzt als eine Frau die 1,60 m groß ist, aber stämmiger gebaut ist. Manchmal haben die Wissenschaftler sogar angegeben, dass eine Frau 25 cm größer ist, als sie tatsächlich ist – jedoch hat das die Schätzungen der Versuchspersonen überhaupt nicht beeinflusst, weil deren Schätzungen sich ausschließlich auf die Figur der Frau bezogen haben.

Die Versuchspersonen sollten auch die Kalorien in einer Mahlzeit einschätzen. Auch hier stellte sich heraus, dass die Portionsgröße selbst kaum einen Unterschied machte, stattdessen schätzten die Versuchsteilnehmer die Kalorien einzig und allein aufgrund dessen, was auf dem Teller lag, nicht wieviel.

Ein tolles Buch zum Thema ist “Mindless Eating” von Brian Wansink aus dem Jahr 2006. Er hat darüber geschrieben, wie wir mit kleinen “Tricks” unser eigenes Essverhalten (positiv) manipulieren, und so ganz einfach abnehmen können. Ein ganz einfacher Trick ist beispielsweise: von kleineren Tellern essen.

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