Wissenschaftliche Studie: Zuviel Arbeit macht dumm

25.05.2009

Jetzt ist es offiziell: wer zuviel arbeitet, wird dümmer. Das hat eine vor kurzem veröffentliche Langzeit-Studie aus England erwiesen.

arbeitmachtdumm.jpg2214 Angestellte des öffentlichen Dienstes nahmen an der Studie teil. Über einen längeren Zeitraum (von 1997 bis 2004) wurden wiederholt verschiedene geistige Fähigkeiten getestet.

Jene Angestellten, die dauerhaft mehr als 55 Stunden die Woche arbeiteten schnitten deutlich schlechter ab als als Leute die weniger arbeiteten.

Die Effekte so langer Arbeitswochen sind vergleichbar mit denen des Rauchens. Und Rauchen ist ein Risikofaktor für Demenzerkrankungen, der die geistigen Fähigkeiten einschränkt. Studienleiterin Dr. Marianna Virtanen sagte: “Die Nachteile von Überstunden sollten ernst genommen werden”. Je mehr Überstunden die Studienteilnehmer machten, desto schlechter schnitten sie in den Tests ab.
Im Grunde genommen bestätigt das ein altes amerikanisches Sprichwort: all work and no play makes Jack a dull boy. Wer nur arbeitet, der stumpft ab mit der Zeit.

Viele Leute überarbeiten sich, weil sie vowärts kommen und Karriere machen wollen.

Ich persönlich glaube nicht, dass viel Arbeit an sich etwas schlechtes ist – solange man genug Spaß im Leben hat. Wer jedoch mit Tunnelblick auf die nächste Beförderung, die nächste Gehaltserhöhung, das größere Haus, das teurere Auto hin lebt und dafür sein Privatleben opfert, der riskiert geistig abzustumpfen.

Die Forscher räumen auch ein, dass Stress vermutlich die Ergebnisse der Studie stark beeinflusst hat – denn Stress kann zu Schlafstörungen, Depressionen und einem ungesunden Lebensstil führen. Oftmals pushen sich fleißige Angestellte mit Kaffee oder anderen Stimulanzien durch ihre Überstunden. Und, in dieser Studie haben jene, die am meisten arbeiten auch den höchsten Alkoholkonsum gehabt.

Was heißt das für Dich?

  • Genug ist genug
    Manchmal steigern wir uns in einen Arbeitswahn – wir wollen unbedingt weiterarbeiten, unbedingt noch diese eine Sache heute fertigmachen. Besonders Selbstständige und Freiberufler sind hiervor häufig betroffen und arbeiten bis spät in die Nacht hinein noch an einem Projekt. Allerdings funktioniert unser Gehirn im Marathonmodus sehr uneffektiv. Wir merken es zwar nicht – aber meistens hätten wir das, was wir mit viel Stress in 5 Stunden erledigt haben, auch entspannt in 2 Stunden erledigen können, wenn wir an den richtigen Stellen Pausen eingelegt hätten. Oder die Tatsache akzeptiert hätten, dass es schon zu spät ist und unser Körper Schlaf braucht, bevor er effektiv weiterarbeiten kann.
  • Deinen eigenen Rhythmus finden
    Ich kann garnicht genug betonen, wie wichtig das ist. Regelmäßige Pausen. Ich war auch mal ein Marathonarbeiter, der nur dann Pausen gemacht hat, wenn er schon erschöpft war, oder hungrig, oder um auf Toilette zu gehen. Mittlerweile mache ich regelmäßige Pausen und bekomme viel mehr in weniger Zeit erledigt. Jeder sollte für sich selbst rausfinden welcher Rhythmus am besten funktioniert – viele Studien weisen darauf hin, dass 45 Minuten konzentrierte Arbeit und dann 5-15 Minuten Pause optimal ist, aber experimentiere ein wenig mit den Zeitintervallen herum.
  • Nutze Dein Hirn 100%
    Wir nutzen unser Hirn meist nur auf kleiner Sparflamme. Und meistens benutzen wir es auf die falsche Weise. Denn an den Schulen wird leider nicht gelehrt, wie wir mit unserem Gehirn umgehen – und alte, verkrustete Lernmethoden aus dem Industriezeitalter werden uns in die Köpfe gehämmert. Eine der wirkungsvollsten Dinge, die ein jeder tun kann um produktiver zu werden ist lernen seinen Kopf richtig zu benutzen.
  • Nutze den Morgen
    Die meisten Leute sind früh morgens leistungsfähiger als zu anderen Tageszeiten. Allerdings “verplempern” wir diese Zeit oft mit Emails und anderen Nebensächlichkeiten. Stattdessen nutze die frühen Morgenstunden, wenn Dein Geist frisch und fit ist, um die wichtigsten Aufgaben des Tages zu erledigen.

Quelle: The Whitehall II Study, American Journal of Epidemiology  (englisch)

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