Mehr Energie durch mehr Freude

06.07.2009

Vor kurzem hat Christian, ein Freund, das Malen angefangen. Ich muss zugeben – das hat mich sehr überrascht. Denn Christian war nicht eben einer, den ich mir mit Buntstiften in der Hand vorgestellt hätte.

Ein Freund der mich hier in Thailand besuchte erzählte mir davon. Und er berichtete, dass Christian nun viele Stunde am Stück malend verbringt – oftmals tagelang wie besessen 12 Stunden am Stück malt. Und danach noch immer voller Energie ist.

Ein Bild vom BuntstiftMaler

Ein Bild vom BuntstiftMaler

Warum? Weil es ihm Freude macht. Er bezieht Kraft aus einer Tätigkeit, die ihn eigentlich Energie kostet (sicherlich ein bisschen körperliche, aber vor allem geistige).Das Malen “lädt ihn auf”.

Vielen Leute fühlen ständig müde und kraftlos. Die Anforderungen die an sie gestellt werden, überfordern sie.

Es gibt so vieles, was sie tun müssen, dass ihnen keine Kraft mehr bleibt für das, was sie tun wollen.

Und so leben sie ihr Leben – nur noch “Aufgaben erledigend”. Nur noch “funktionierend”, aber nicht mehr “erlebend”. Und ihre Energiereserven werden von Monat zu Monat geringer, genau wie ihre Lebensfreude.

Sie haben keine Lust mit mehr Freunden etwas zu unternehmen, und verbringen ihre Freizeit müde vor der Mattscheibe.

Die fatale Logik hinter so einem freudlosen Leben ist oft: Ich muss mit meiner Kraft haushalten, ich kann nicht das tun was mir Spaß macht, weil ich dann keine Energie habe um das zu tun was ich tun muss.

Nur sind wir Menschen nicht Motoren die auf Benzin laufen. Ein Automotor ist ein recht simpler Mechanismus: Energie gibt`s an der Tankstelle, und alles andere “verbraucht” Energie. Je weiter und schneller das Auto fährt, desto mehr Energie wird verbraucht.

Aber das Modell lässt sich nicht so einfach auf Menschen übersetzen. Es ist nicht: je mehr wir unternehmen, desto mehr Energie verbrauchen wir (und desto weniger haben wir).

Wenn wir Dinge unternehmen, die uns Freude machen, dann “lädt uns das auf”, dann gibt uns das Energie.Anfang des Monats hat Gaba darüber gebloggt in ihrem Post “Endlosschleife und Energie”:

Häufig lassen sich Klagen vernehmen, wie beispielsweise: “mein Alltag ist so anstrengend – ich habe keine Energie….” oder “…mein Alltag frißt mich auf…”

Vermutlich denkst Du jetzt, dass eine Reduzierung der Aktivität möglicherweise Abhilfe schaffen könnte. Aber das ist nach meiner Ansicht meist nur ein häufiger Trugschluss.

Nach meiner Erfahrung entsteht das Gefühl der Energielosigkeit und des “gelebt werdens” sehr oft durch ein Zuviel an eingefahrener Routine und zu wenig neue Impulse und Eindrücke hin.

Wenn Du Dich fühlst, als bräuchtest Du mehr Energie, dann fehlt es Dir vielleicht nicht so sehr an Energie, sondern an Tätigkeiten die Dir Freude machen. Deshalb schau Dir Deinen Wochenablauf an und frage Dich: wo tanke ich auf? Wann unternehme ich Dinge, die mir Kraft geben, und mich nicht nur Kraft kosten?

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