Die Heilende Kraft der Berührung schützt das Gehirn

11.07.2011

Berührung ist Medizin. Die heilenden Kräfte der Berührung geraten leicht in Vergessenheit wenn spektakuläre Schlagzeilen über Durchbrüche in der Gentechnik und neue Wundermittel aus den Laboren der Pharmaindustrie uns so häufig um die Ohren sausen.

Nach einem Schlaganfall kommt es oft zu bleibenden Schäden im Gehirn. Doch Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass sie Gehirnschäden nach einem Schlaganfall nicht nur verringern, sondern komplett vermeiden konnten – einzig und allein durch die Kraft der Berührung. Zumindest bei Ratten.

Studien haben gezeigt, dass allein durch das Berühren der Schnurrbarthaare von Ratten kurz nach einem Schlaganfall Gehirnschäden vermieden werden konnten. Allein durch Berührung wurden Gehirnzellen am Leben gehalten, die normalerweise abgestorben wären.

Die Wissenschaftler sind optimistisch dass auch bei Menschen Berührung nach einem Schlaganfall das Absterben von Gehirnzellen vermindern kann. Ob Berührung allein ausreicht um Schäden komplett zu vermeiden ist ungewiss. Denn auch wenn das menschliche Gehirn in seiner grundlegenden Funktionsweise dem Gehirn von Ratten ähnlich ist, ist es doch um einiges komplexer. Jedoch könnte zum Beispiel das Streicheln der Hand bevor ein Rettungswagen eintritt möglicherweise vor Funktionsverlusten schützen.

Die wohltuende Wirkung von Berührungen wurde schon seit vielen Jahren erforscht. Das Schöne ist: berühren ist kostenlos und macht sowohl im Geben wie auch im Empfangen Freude.

Jeder Mensch hat heilende Hände – auch Du. Nutze sie 🙂

{ 1 comment… read it below or add one }

Franz Josef Neffe September 6, 2011 at 13:47

Spätestens ab dem Eintritt in die Schule ist allzuviel, was uns berührt, nur noch QUÄLEREI. “ho mä dareus anär ou paideuetai” das humanistische Bildungsideal wird immer noch so verstanden: “Wenn Du Dich fürs Lernen quälst, als würde Dir bei lebendigem Leib die Haut abgezogen werden, kannst Du nicht gebildet werden.” In Wirklichkeit bedeutet diese alte Weisheit über das Häuten (dareuein): “Wenn Du die alte Haut nicht loslässt, kann sich die neue nicht richtig bilden.”
Nachdem grundlegend dafür gesorgt ist, dass wir uns alle selbst nur auf dümmstmögliche Weise berühren, erleben wir die ständigen Schutzreaktionen des Gehirns, die aber nur als “Auffälligkeiten” stur weitergequält werden.
Wenn ich nun als Ich-kann-Schule-Lehrer diese traumatischen Erfahrungen auflösen möchte, dann muss ich mit dem Betroffenen oft durch eine Krise, wo der zuerst einmal fühlen lernen muss, ob der durch etwas, was ihn berührt, wieder – wie befürchtet – verletzt wird oder ob er ganz andere Wirkungen von Berührung wahrnehmen kann. Sehr hilfreich dabei ist, dass “weißer Mann nicht mit gespaltener Zunge spricht”, also dass man auch tut, was man sagt und dass Verlass auf einen ist. Dann können schon Worte, ja, schon Gedanken und die dadurch entstehende feine Atmosphäre den Menschen ganz anders berühren und heilsam wirken. Ja, wir können dann zeigen, dass und wie der Betroffene sich selbst neu berühren und bewegen kann. Coués Autosuggestion ist dabei eine stubstantielle Hilfe.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Reply

Leave a Comment

Previous post:

Next post: