Ghrelin das Hunger-Hormon

14.06.2009

Und wieder einmal gibt es eine neue Studie zum Thema wie man “wirklich” abnimmt. Und diese Studie sagt: für’s Abnehmen spielt es keine Rolle, wie hoch der Anteil an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten ist, sondern einzig und allein wieviel Kalorien Du zu Dir nimmst.

Ich denke, das kann sehr leicht ein wenig irreführend “präsentiert” werden – denn es kommt eben nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf Qualität und Zusammensetzung der Nahrung.

Ghrelin - das Hunger-Hormon

Ghrelin - das Hunger-Hormon

Im Artikel wird gleichzeitig auch Ghrelin gennant, ein Hormon das Hunger macht. Und natürlich ist man da bereits am forschen, wenn wenn es ein Hormon gibt, das Hunger macht, dann kann sicherlich auch einen Wirkstoff finden, der dieses Hormon unterdrückt oder seine Wirkung ändert – und damit den Hunger reduziert. Und mit diesen kleinen Pillchen ließe sich dann natürlich ganz viel Geld verdienen von den Pharmafirmen. Ghrelin wurde erst im Jahr 1999 entdeckt, doch bei einem so vielversprechenden Absatzmarkt wird fieberhaft geforscht.

Ghrelin in Dicken und in Dünnen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass schlanke Menschen kurz vor dem Essen hohe Ghrelinwerte haben, die Ghrelinwerte dann jedoch auch schnell wieder runtergehen nach dem Essen. Bei Übergewichtigen jedoch sind die Ghrelinwerte zwar geringer als bei Normalgewichtigen, jedoch sind sie ziemlich konstant. Auch nach dem Essen gehen ihre Ghrelinwerte nicht runter. Das kann eine Erklärung dafür sein, warum Übergewichtige auch nach dem Essen noch immer hungrig sind.

Mehr Hunger = bessere Laune, weniger Ängste und Depressionen?

Eine andere Studie hat gezeigt, dass Ghrelin jedoch auch gegen Depressionen und Angstzustände schützen könnte. Wissenschaftler am Southwest Medical Center Dallas hatten herausgefunden, dass Mäuse, die 10 Tage lang auf Diät gesetzt waren weniger Angst haben.

Müdigkeit und Heißhunger?

Eine andere Studie aus Kalifornien von der UCLA hat gezeigt, dass es Zusammenhänge zwischen Müdigkeit und Heißhunger gibt. Hier kommt auch noch das Hormon Leptin ins Spiel, dass dem Körper sagt, wieviele Fettreserven er anlagern soll.

Wer beständig zuwenig Schlaf bekommt, der produziert größere Mengen des Hungerhormons Ghrelin – zwar sind Nachts die Ghrelinwerte niedriger, zu bestimmten Zeiten jedoch scheint so viel Ghrelin produziert zu werden, dass es einen sehr starken Heißhunger auslöst.

Vor einigen Jahren hat eine Studie gezeigt, dass Leute, die nur 4 Stunden Schlaf bekommen 28% mehr Ghrelin produzieren, was zu mehr Hunger führt.

Auch wenn die Wissenschaftler sich über die genauen Zusammenhänge zwischen zuwenig Schlaf und Hunger nicht im klaren sind – auch diese Studie weißt darauf hin, dass Schlaf extrem wichtig für unseren Körper ist.

Kann man bald über Pillen Ghrelinwerte regulieren?

Sicherlich werden demnächst ein paar “neue Wunderheilmittel” gegen Übergewicht auf den Markt kommen, die Übergewichtigen endlich helfen, abnehmen zu können – basierend auf Ghrelinsteuerung. Doch man sollte eines nicht vergessen: ja, Ghrelin mag unser Hungergefühl kontrollieren, und ja, es mag sein dass man Ghrelin mit Medikamenten beeinflussen kann. Aber davon auszugehen, dass Übergewichtige einfach “fehlerhaftes Ghrelin” haben, heißt, den Gedanken nicht zuende denken. Stattdessen gilt es zu erforschen, warum Ghrelin sich bei Übergewichtigen anders verhält – welche Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen dazu geführt haben, dass Ghrelin bei Übergewichtigen anders ist als bei Normalgewichtigen.

Update 30. Juni 2009: Eine neue Studie hat gezeigt, dass Ghrelin auch bei Alkoholsucht eine Rolle spielt.

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