Geld macht nicht glücklich, aber schon (wenn man weiß wie)

12.06.2011

Geld macht nicht glücklich, aber… eigentlich schon. Wenn Du weißt wofür Du es am besten ausgibst. Das haben Studien von der Professorin Elizabeth Dunn und ihren Kollegen Leaf Van Boven und Thomas Gilovich gezeigt. Sie haben untersucht, wie man Geld am besten so ausgibt, dass es glücklicher macht. Und das haben sie herausgefunden:

Geld macht glücklich

  • Erfahrungen machen glücklicher als Gegenstände: 2000 Euro für eine Reise nach Thailand machen glücklicher als 2000 Euro für eine schicke Armbanduhr.
  • Helfe anderen: Wenn Du anderen hilfst, tust Du nicht nur Gutes für sie, sondern auch für Dich selbst. Denn das menschliche Gehirn ist so ausgerichtet, dass gute Taten die Du für andere tust Dich selbst mit guten Gefühlen belohnen.
  • Oft Kleinigkeiten statt selten Kostbarkeiten: 5000 Euro bringen Dir mehr Glück wenn Du es für viele kleine Freuden (z.B. Konzertbesuche, Wochenendausflüge, Massagen, leckeres Essen, …) ausgibst, als wenn Du damit eine große Anschaffung machst (z.B. einen riesengroßen Flachbildfernseher). Ein Grund dafür ist, dass wir uns schnell an etwas gewöhnen das uns gehört – uns aber etwas Neues mehr Freude macht.
  • Nicht zuviel Nachdenken vor dem Kauf: wenn Du ein neues Smartphone kaufen willst und Dir wochenlang darüber den Kopf zerbrichst welches das beste für Dich ist wirst Du auch nach Deiner Kaufentscheidung wahrscheinlich weniger Freude an Deinem neuen Handy haben, weil Du weißt dass die eine lustige App die Du so gerne hast auf diesem Modell nicht läuft. Stattdessen fokussiere Dich auf das was Dir am wichtisten ist, und triff darauf basierend eine Entscheidung.
  • Nachteile voraussehen: Wenn Du Dir ein Pferd kaufst geht vielleicht ein langgehegter Kindheitstraum in Erinnerung. Aber wenn Du dann später nicht genügend Zeit mit dem Pferd verbringen kannst weil Du sowieso schon zuviel um die Ohren hast, und jeden Monat viel Geld für Stall, Pflege und Futter ausgeben musst, macht Dir das jeden Monat schlechte Gefühle.
  • Erst sparen, dann kaufen für mehr (Vor-)Freude: Mittlerweile kann man alles auf Raten kaufen oder mit Kreditkarten bezahlen. Das ist zwar schön – aber abgesehen davon dass es rein finanziell eine schlechte Entscheidung ist, verzichtest Du damit auch auf Deine Vorfreude.

Mehr Infos zu den wissenschaftlichen Studien findest Du zum Beispiel hier: “If Money Doesn’t Make You Happy Then You Probably Aren’t Spending It Right” (PDF in englischer Sprache).

Es ist sicher richtig: Geld allein macht nicht glücklich (und die meisten Menschen überschätzen wie sich Geld auf ihre Lebensqualität auswirkt). Aber zu wissen wie Du Dein Geld am besten so ausgibst, dass es zu Deinem Glück beiträgt kann Dir helfen bessere Entscheidungen zu treffen.

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Hanspeter February 12, 2013 at 12:43

Die Ansichten kann ich nur unterschreiben. Allerdings ist es in der Praxis gar nicht so einfach, diese Tipps auch regelmässig umzusetzen. Zu mächtig sind die Werbebotschaften, die täglich auf uns niederprasseln. Es ist ein täglicher Kampf, sich nicht beeinfluusen zu lassen und Dinge (Marken) zu begehren, die uns eigentlich ausser dem Geldausgeben und dem Prestige in der Gesellschaft gar nichts bringen.

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