Doping für den Kopf: Ritalin auf dem Schwarzmarkt

25.05.2009

Ritalin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das verwendet wird um hyperaktiven Kindern zu “helfen”.

Ritalin ist auch ein sehr umstrittenes Medikament, aus vielerlei gründen. Ich habe selbst jahrelang mit hyperaktiven Kindern gearbeitet und bin kein Freund von Ritalin, aus Gründen, auf die ich später eingehen werde.

Was mich jedoch erstaunt ist, dass es einen lukrativen Schwarzmarkthandel mit Ritalin und Adderall, einem verwandten Mittel, gibt. Besonders Studenten in den USA kaufen Ritalin illegal auf dem Schwarzmarkt um bessere Leistungen an der Uni zu bringen.

Ritalin und Adderall sind zwar verschreibungspflichtig, aber trotzdem recht einfach zu bekommen, wenn man dem Arzt die richtigen Symptome schildert. Einige Leute spielen einem verschreibungsfreudigen Arzt ein paar typische Symptome vor, bekommen ihr Ritalin und verkaufen es dann an der Uni an Studenten, die glauben es nötig zu haben.

Es ist mir schleierhaft warum diese Leute nicht einfach die Techniken der Konzentration lernen. Focus ist ein in gesunden Menschen natürlich auftretender Zustand, und mit ein wenig Training lässt er sich auf belieben “anschalten”. Dazu braucht es kein Hirn-Doping.

Meines Wissens zufolge gibt es den Trend zu illegalen Schlaumachdrogen in Deutschland (noch) nicht.

Doch was ist schon schlimm daran, wenn Studenten ein paar Pillen benutzen um besser abzuschneiden?

Nun, zum einen verschafft es ihnen einen unfairen Vorteil… und zum anderen fügen sie sich damit selbst langfristigen Schaden zu.

Amerika ist auch das Land in dem Schönheitsoperationen für Viele zur Normalität geworden sind. (Und in New York sind mir schon Leute begegnet, die Freunde ganz nonchalant fragen: “Warum lässt du dir nicht mal das fett absaugen?”. Keineswegs sind solche Kommentare beleidigend gemeint, sondern eher wie ein guter Ratschlag…) In Amerika sind einem ZEIT Artikel zufolge nicht nur jeder vierte Student, sondern sogar jeder fünfte Professor “auf Ritalin”.
In meiner Arbeit mit hyperaktiven Kindern, oder Kindern die am Aufmerksamkeits-Defizit Syndrom leiden ist mir eines aufgefallen… meistens besteht tatsächlich ein Defizit an Aufmerksamkeit. Allerdings mangelt es weniger an der Aufmerksamkeit, die das Kind imstande ist aufzubringen, sondern an der Aufmerksamkeit, die Eltern dem Kind widmen. Und eine Pille die das ungewollte Verhalten des Zappelphillips abstellt kommt da natürlich oft gelegen.

Viele Pharmakologen und Mediziner sagen, das Ritalin nichts anderes als “softes Kokain” ist, und über die negativen Langzeitfolgen ist schon viel geforscht und geschrieben worden. Auch wenn das im Rahmen der großangelegten, und saftig finanzierten “Aufklärungskampagnen” der Pharmafirmen, die sich mit den geistigen Aufputsch- und Stillhaltemitteln eine goldene Nase verdienen, oftmals ungehört verloren geht.

Ein interessanter Artikel vom Februar 2009 erschien in der Zeit – er deutet darauf hin, dass auch deutsche Studenten dem Gehirndoping nicht abgeneigt sind, und sich Ritalin auf dem Schwarzmarkt organisieren würden.

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