Konzentrationsübung: Selektives Hören

26.04.2011


Heute bekommst Du eine Konzentrationsübung für Deine auditive Aufmerksamkeit. Du hörst nicht nur mit Deinen Ohren, sondern auch mit Deinem Gehirn. Hier findest Du eine einfache Konzentrationsübung, die Dir dabei helfen kann besser zuzuhören.
Vielleicht hast Du ja schonmal vom Cocktailparty-Effekt gehört.

Was ist der Cocktailparty-Effekt?

Stell Dir vor Du bist mit Freunden in einer Bar, und überall um euch herum sind andere Menschen die sich unterhalten, Musik läuft im Hintergrund… und ihr führt ein Gespräch. Aber weil so viele andere Geräusche um euch herum sind, fällt es Dir schwer dem Gespräch zu folgen – Du kannst die Stimmen Deiner Freunde einfach nicht gut “rausfiltern”.

Diese “Filterfunktion” – das Ausblenden von irrelevanten Geräuschen und das Verstärken von wichtigen Geräuschen – passiert größtenteils im Gehirn. Du hast eine Fähigkeit die sich selektives Hören nennt – und Du kannst sie trainieren, zum Beispiel mit dieser Konzentrationsübung.

Übungsanleitung

Als erstes brauchst Du für diese Konzentrationsübung zwei Tonquellen (z.B. Radio, MP3 Player, CD-Spieler, Fernseher, Computer…).

KonzentrationsübungenDann stellst Du zwei verschiedene Programme ein. Wichtig ist, dass beide Programme überwiegend aus Sprachinhalten bestehen. Eine gute Lösung ist zum Beispiel Nachrichten im Fernsehen einzuschalten und Nachrichten im Radio gleichzeitig. Oder Nachrichten im Fernsehen und ein Hörbuch von CD. Wie Du das miteinander kombinierst bleibt Dir überlassen, es gibt viele Möglichkeiten.

Selektives Hören trainieren

Und dann stellst Du die Lautstärke Deiner Tonquellen gleich laut ein und hörst beiden gleichzeitig zu. Was Du dann machst, ist dass Du ganz bewusst Deine Aufmerksamkeit für etwa 20 bis 30 Sekunden auf erste Tonquelle richtest und Dich nur darauf fokussierst. Und dann richtest Du Deine Aufmerksamkeit für 20 bis 30 Sekunden auf die zweite Tonquelle. Und so wechselst Du zwischen beiden Tonquellen hin und her.
Bewege Dich nicht näher zu einer Tonquelle hin, sondern trainiere das einfach, indem Du nur Deine Aufmerksamkeit im Kopf von einer Tonquelle zu anderen verschiebst.

Schwierigkeitsgrad einstellen

Du kannst den Schwierigkeitsgrad dieser Konzentrationsübung auch selbst beeinflussen. Wenn beispielsweise aus einer Tonquelle ein Mann spricht und aus der anderen eine Frau, macht das diese Übung deutlich einfacher.

Wenn Du jedoch zwei männliche Nachrichtensprecher auf beiden Tonquellen hast, ist das ganze schon deutlich schwieriger. Und wenn Du willst kannst Du sogar noch weitere Tonquellen hinzufügen (also zum Beispiel Fernsehserie, Hörspiel und Radionachrichten, und dazu noch laute Musik im Hintergrund).

Die meisten Menschen können allein mit Hilfe Ihrer Konzentration Geräusche im Kopf etwa zwei bis drei mal lauter wahrnehmen als Geräusche die sie ausblenden.

Tatsächlich ist das eine erstaunliche Fähigkeit. Selbst Computer mit bester Rechenleistung sind nicht imstande, auch nur annähernd so gut selektiv zu hören. Wer schonmal mit einer Spracherkennungssoftware gearbeitet hat, weiß, wie anfällig diese Programme für Hintergrundgeräusche sind.

Die meisten Konzentrationsübungen sind visuell, deshalb ist es eine gute Ergänzung mit dieser Übung auch Deine auditive Aufmerksamkeit zu trainieren.

Manchmal ist mit selektivem Hören auch etwas anderes gemeint 😉

selektives Hören

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