Hast Du es Dir verdient glücklich zu sein?

Verdienst Du glücklich zu sein?

18.02.2011

Nimm Dir mal einen paar ruhige Minuten Auszeit und stelle Dir selbst diese Frage:

„Habe ich es mir verdient, glücklich und erfüllt zu fühlen?“

Und achte darauf, wie Du reagierst.

Bei manchen Menschen sagt eine Stimme im Kopf sofort: „Na klar!“ – aber irgendwo in ihrem Körper fühlt es sich anders an.

Bei manchen Menschen sagt eine Stimme im Kopf: „Also, nicht so wirklich…“

Bei manchen Menschen sagt eine Stimme im Kopf: „Nein!“ und das Gefühl gibt ihnen recht.

Und bei manchen Menschen sagt eine Stimme im Kopf: „Ja, ich hab es mir 100%ig verdient glücklich und erfüllt zu sein!“ und es fühlt sich auch für sie so an. (Und wenn Du zu diesen Menschen gehörst, dann hör hier auf zu lesen und tu was anderes. Wenn Dein Selbstwertgefühl so stark ist „brauchst“ Du diesen Artikel garnicht.)

Wie ist das bei Dir?

Aus Erfahrung weiß ich, dass die Menschen, die wirklich denken und fühlen sich Glück und Erfüllung verdient zu haben in der Minderheit sind.

Es gibt viel mehr Menschen, die glauben, sie hätten es sich noch nicht verdient.

Falls Du Dich nicht so fühlst, als hättest Du es Dir verdient glücklich und erfüllt zu sein, dann finde heraus, woher dieses Gefühl kommt.

Denn meist kommt es aus unserer Vergangenheit – aus der Kindheit, aus unserer Jugendzeit. Etwas, was mal jemand zu uns gesagt hat, etwas, was wir selbst einst zu uns gesagt haben. Alte Programmierungen, die irgendwann mal einen Zweck erfüllt haben mögen – aber mittlerweile überfällig sind. Und es ist an der Zeit sie loszuwerden.

Manchmal erkennen wir nicht ganz klar, woher dieses Gefühl kommt. Aber stell Dir diese Frage, und dann frag Dich woher das „nein“ kommt – und das erste, was Dir in den Sinn kommt ist die richtige Antwort. Das, was Deine Intuition Dir als erstes entgegenschleudert ist die richtige Antwort für Dich.

Manchmal hinterfragen wir das, weil uns diese Antwort zu profan erscheint. Manchmal hinterfragen wir es, weil es sich so „unwichtig“ anfühlt, so wenig traumatisch. Denn oft glauben wir, dass die Antwort auf so eine Frage uns viel mehr in unseren Grundfesten erschüttern müsste. Das kann manchmal schon der Fall sein – manchmal ist es tatsächlich etwas ganz großes, erschütterndes, (unsere) weltbewegendes. Aber manchmal eben auch nicht.

Und dann? Wenn Du weißt woher das kommt? Wenn Du weißt, warum Du Dich nicht so fühlst als hättest Du es Dir verdient glücklich und erfüllt zu sein – was machst Du dann mit Deiner Antwort?

Nichts. Erstmal erkennst Du es einfach.

Denn allein dadurch, dass Du Dir bewusst bist, woher dieses Gefühl kommt, wo diese Idee unwürdig zu sein entstanden ist, allein dadurch nimmst Du diesem Gefühl schon die Kraft.

Nicht von einem Moment auf den nächsten – aber ganz leise hat ein kleiner Prozess in Dir begonnen, der im Laufe der Zeit immer größer werden wird, wie ein Schneeball der einen Berg hinunterrollt und letztendlich zur Lawine wird, welche diese negativen alten Programmierungen mit sich hinab reißt.

Und dann? Dann ist es an der Zeit dass Du Dein Selbstwertgefühl mit Deinen Möglichkeiten und Fähigkeiten in Einklang bringst.

Die meisten von uns rennen nämlich mit einem unterentwickelten Selbstwertgefühl durch’s Leben. Wir machen uns kleiner als wir sind. Und das steht uns im Weg wenn wir ein wirklich glückliches und erfülltes Leben führen wollen.

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MaximumThanos February 18, 2011 at 18:01

Ich glaube zwar, dass ich verdient habe glücklich zu sein, doch immer wenn ich daran denke, dass es Menschen gibt, denen das Leben schwer gemacht wird und die jetzt gerade die “schwerste Zeit” ihres Lebens durchmachen, frage ich mich ob da nicht eine gewisse Arroganz hinter steckt, die mir sagt:”Sei ruhig glücklich, die Probleme anderer Menschen sind ja nicht deine Probleme.”
Wenn ich darüber so nachdenke, muss man also etwas “Arroganz” haben, um selber glücklich sein zu können O.o

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Ramin February 22, 2011 at 05:50

Danke für Deinen spannenden Kommentar, MaximumThanos. Du hast mich damit zum Nachdenken angeregt.
Ich frage mich: was ist hilfreicher für Menschen die unglücklich sind? Wenn andere auch unglücklich sind? Oder wenn Sie Aufmunterung und Beistand bekommen?

Meine Erfahrung ist, dass glückliche Menschen meist über mehr (psychologische und emotionale) Ressourcen verfügen um anderen Beistand zu leisten und sie aufzumuntern als unglückliche Menschen.

Und ich selbst bin auch deutlich hilfsbereiter wenn es mir gut geht. Wenn es mir nämlich nicht selbst gut geht, dann beschäftige ich mich eher mit mir selbst und bin deutlich egoistischer, weil mein Hauptfokus dann darauf liegt etwas zu tun, dass es mir selbst wieder besser geht.

Ich finde die Sicherheitshinweise im Flugzeug diesbezüglich eine schöne Metapher. Falls es zu einem Druckabfall in der Flugkabine kommt, fallen ja diese Sauerstoffmasken über den Sitzen hinab. Passagiere werden immer ermahnt sich selbst erst eine Maske überzuziehen, und dann erst anderen Hilfe zu leisten, die dazu nicht alleine im Stande sind (selbst wenn es das eigene Kind ist). Der Grund dafür: wenn man selbst ohnmächtig wird, kann man auch niemand anderem mehr helfen.

Und ähnlich verhält es sich mit glücklichen und unglücklichen Menschen. Ich glaube die Menschen, die jemanden der sich deprimiert fühlt am besten aufmuntern können sind Menschen, die selber glücklich sind. Gefühle sind ansteckend 🙂

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