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Das ist unmöglich

31.01.2011

Viele Dinge, die wir gerne tun würden sind unmöglich. Einfach nicht machbar. Hirngespinnste.

Und wohlmeinende Mitmenschen wollen uns dann oft die vergebene Liebesmühe ersparen und uns die Flausen aus dem Kopf schlagen.

“So ein Schwachsinn. Das kann doch garnicht funktionieren.”

(So reden wir auch selbst mit uns – wenn Du Deinem inneren Dialog mal genau zuhörst, dauert es wahrscheinlich garnicht so lange, bis Du solche Worte zu hören bekommst).

Im Leben eines jeden Menschen gibt es unmögliche Träume und Ziele.

Zum Beispiel auch im Leben von Johann August Röbling, der 1806 in Mühlhausen geboren wurde. Mit 25 wanderte er dann in die USA aus, wo er eine Familie gründete und zu einem angesehenen Ingenieur wurde.

Auf seine alten Tage jedoch fing er das Spinnen an.

Eine Idee hatte von seinem Geist Besitz ergriffen und ließ ihn einfach nicht mehr los.

Er wollte eine Brücke bauen – und zwar eine Brücke, die New York und Long Island miteinander verbinden würde. Er hatte schon viele große Hängebrücken entworfen, aber das war etwas anderes. Eine so lange Hängebrücke gab es in der Welt nicht. Und aus gutem Grund: eine so lange Hängebrücke ist physikalisch einfach nicht machbar. Unmöglich.

Diese Hängebrücke wäre um mehr als die Hälfte länger als die damals längste Hängebrücke der Welt.

Darin waren sich Brückenbauer aus aller Welt einig. Röbling jedoch ließ nicht ab von seiner fixen Idee.

Und egal wie sehr seine Ingenieurskollegen ihm die Unmöglichkeit dieses Unterfangens vorrechneten und sich darüber lustig machten – er wollte sie bauen.

Und er überzeugte sogar seinen Sohn Washington Röbling davon, dass diese Brücke möglich ist. Washington war damals bereits ein junger Ingenieur, und gemeinsam machten sie sich ans Werk um die unmögliche Brücke zu bauen.

Ein paar Monate lief tatsächlich auch alles gut – bis sich Johann Röbling bei Vermessungsarbeiten für einen Brückenpfeiler eine tödliche Verletzung zufügte.

Sein Sohn Washington Röbling wollte den Traum seines Vaters jedoch verwirklicht sehen und arbeitete weiter an der Brücke – bis er drei Jahre später in Folge von Überarbeitung und Dekompressionskrankheit gelähmt und stumm im Krankenbett lag.

Und natürlich meldeten sich all die zu Wort, die es schon vorher besser gewusst hatten. Die schon vorher wussten, dass diese Brücke nicht machbar sei.

Man wollte das Projekt schon aufgeben – schließlich gab es außer den beiden Röblings niemanden, der wusste, wie diese Brücke gebaut werden könnte. Und man war sich einig, dass Röbling nicht mehr im Besitz seiner geistigen Kräfte war.

Washington Röbling versuchte einige seiner Freunde für das Projekt zu begeistern – doch niemand hielt es für machbar.

Und eines Tages, als er im Krankenhaus lag fasste er den Entschluss nicht aufzugeben. Nur einen Finger konnte er noch bewegen – aber er wollte damit so viel erreichen, wie möglich.

So entwickelte er eine Methode, wie er mit einem Finger mit seiner Frau kommunizieren konnte – er klopfte ihr mit seinem Finger auf den Arm, wie eine Art Morsecode. Und damit gab ihr Anweisungen, die sie als Bauleiterin umsetzen sollte.

Ganze 13 Jahre lang leitete er auf diese Weise mit Unterstützung seiner Frau Emely Warren Röbling den Brückenbau, bis sie im Jahr 1883 fertiggestellt war. Und bis heute überfahren jeden Tag tausende von Fahrzeugen die Brooklyn Bridge.

Brooklyn Bridge

Die Brooklyn Bridge

{ 2 comments… read them below or add one }

Helmut February 24, 2011 at 04:48

Deshalb halte ich mir immer meinen Leitsatz vor Augen: Unmöglich ist nur im Kopf möglich.
Liebe Grüsse
Helmut

Reply

Ramin March 7, 2011 at 19:38

Danke, dass Du ihn nicht nur Dir selbst vor Augen hälst, sondern ihn auch mit anderen teilst 🙂

Viele Grüße,
Ramin

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