Hurra, hurra, die Schweinegrippe ist nicht mehr da (Angst & Aufmerksamkeit)

10.08.2010

Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schweinegrippe für “beendet” erklärt. Nach all der Panikmache ist also nichts passiert. Vermutlich nur dank der sorgfältigen und verantwortungsbewussten Arbeit der Weltgesundheitsorganisation und den Vorsichtsmaßnahmen der Pharmaindustrie. Die WHO-Chefin selbst erklärte ganz bescheiden, wir haben einfach Schwein gehabt:

“Dieses Mal hat uns schlichtweg viel Glück geholfen.”
– Margaret Chans, WHO-Chefin

Puh, sind wir also nochmal um Haaresbreite davongekommen 😉

“Ungerechtfertigte Vorwürfe”, dass die WHO überzogen reagiert habe sind natürlich mittlerweile von “Experten” als nicht stichhaltig zurückgewiesen.

Vor über einem Jahr schrieb ich hier schon im Beitrag “Schweinegrippen-Panikmache”, dass man diesen “globalen Killervirus” bald in die Reihe von BSE, Anthrax, SARS und Vogelgrippe mit einfügen kann. Die haben nach viel Trara doch wesentlich weniger Menschenleben gekostet haben als zum Beispiel das Autofahren.

Die nächste globale Killerpandemie kommt bestimmt bald wieder, so 2011/2012. Das Geschäft mit der Angst ist nunmal sehr rentabel. Nutzen wir die Zeit bis dahin um ganz entspannt unsere Gesundheit zu genießen 🙂

Und wenn Du zu den Menschen gehört hast, die sich damals wegen der Schweinegrippe Sorgen gemacht haben – frag Dich selbst: war das nötig gewesen? Haben Dir all die unangenehmen Gefühle etwas gebracht?

Manchmal ist es leicht den Kopf zu verlieren und sich von einer großen Angstwelle mittragen zu lassen.

Ansteckende Angst

Vor ein paar Monaten ging in Bangkok die Post ab – Schüsse, Bomben, 90 Tote, tausende mit Verletzungen. Keine fünf Minuten von meiner Haustür entfernt wurden Brände gelegt – genauso wie überall in der Stadt. Freunde konnten ihre Wohnungen nicht mehr verlassen und viele Teile der Stadt wurden zu absoluten No-Go Zonen erklärt. Freunde und Verwandte mussten durch Schussgebiete fahren/rennen und dabei Deckung suchen vor scharfer Munition.

Brennendes Bangkok (Foto von BKKApologist)

Kurz – es war wie im Film. Eines der surrealsten Ereignisse in den letzten Jahren für mich. Ich bin dabei nicht panisch oder verängstigt gewesen – das Leben ging weiter seinen gewohnten Gang, mit Einschränkungen.  Aber auf subtilere Weise hat die Angst doch auf mich eingewirkt.

Im Geiste hat mich das ganze extrem beschäftigt – und abgelenkt von den Dingen die eigentlich wichtig sind in meinem Leben.

Und während es geschah bemerkte ich es nicht – und als ich es bemerkte, hat es mich immernoch bewusste Anstrengung gekostet meine Aufmerksamkeit wieder auf das was zählt zu richten.

Und das ist vielleicht einer der negativsten Effekte davon, wenn man sich von so einer “Angstgeschichte” einwickeln lässt. Jeder Mensch hat eine ganz eigene, besondere Aufgabe auf dieser Welt – aber um ihr gerecht zu werden, müssen wir auf unsere innere Stimme hören, unserem eigenen inneren Kompass folgen.

Es ist nur allzu leicht und zu verlockend sich davon ablenken zu lassen und seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu richten. Man zerstreut sich vor der Glotze, informiert sich über das Weltgeschehen (während das eigene Leben im Hintergrund verblasst).

Frage Dich jeden Tag selbst: was ist wirklich wichtig in Deinem Leben? Welche Ziele hast Du? Welche besonderen Menschen gibt es in Deinem Leben? Was zählt wirklich? Wenn Du heute sterben würdest, was würdest Du bereuen nicht getan zu haben?

Denn die Antworten auf diese Fragen sind meistens viel bedeutsamer als die Schlagzeilen in den Zeitungen und Sondermeldungen im Fernsehen.

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