Schmerz lindern

Schmerzen lindern durch Psychologie

13.12.2009

Schmerzen werden oft mit Medikamenten behandelt – doch das kann langfristig oft zu mehr Problemen führen, denn Schmerzmittel haben oft eine Reihe von Nebenwirkungen.

Wie also kann man Schmerzen lindern, ohne dabei zu Pillen oder Spritzen greifen zu müssen? Dafür gibt es eine ganze Reihe von Ansätzen, aber besonders interessant ist die Psychologie des Schmerzes.

Schmerzempfindlichkeit: Harte Burschen und Weicheier

Jeder weiß, dass einige Menschen Schmerz besser abkönnen als andere. Manche Menschen sind hart im Nehmen und können reichlich was einstecken, und wenn es wehtut, dann lassen sie es sich nicht anmerken und machen weiter wie gehabt.

Andere Menschen klagen und jammern schon beim kleinsten Wehwehchen.

Eine neue Studie hat gezeigt, dass unsere Einstellung zum Schmerz beeinflusst, wie intensiv wir den Schmerz wahrnehmen. Wer schon zuvor besorgt und vorsichtig ist, Angst hat sich wehzutun, dem wird Schmerz auch stärker wehtun.

Einblick ins Gehirn

Wissenschaftler haben festgestellt, dass einige Menschen allgemein mehr Angst vor Schmerzen haben, und auch schmerzempfindlicher sind. Sie haben auch festgestellt, dass bei diesen Menschen die Verbindung zwischen zwei Hirnregionen weniger ausgeprägt ist. Eine “höhere” Hirnregion ist für Schmerzverarbeitung zuständig, die andere Region sitzt tief im Hirnstamm und kann Schmerzen lindern oder verschlimmern. Je besser diese beiden Hirnregionen miteinander vernetzt sind, desto besser können Menschen mit Schmerz umgehen.

Schönes kann Schmerzen lindern

Im Jahr 2008 veröffentlichten italienische Wissenschaftler die Ergebnisse einer interessanten Studie zum Thema Schmerz. Sie hatten Versuchspersonen mit schmerzhaften Laserstrahlen auf die Hand “geschossen”. Einer Gruppe schaute sich während dieser Prozedur schöne Gemälde an. Eine andere Gruppe sah sich hässliche Bilder an, oder eine blanke Wand.

Diejenigen, die sich schöne Gemälde ansahen empfanden den Schmerz ein Drittel geringer, als diejenigen, die sich hässliche Bilder oder eine blanke Wand während der Prozedur ansahen.

Ähnliche Studien haben gezeigt, dass auch schöne Musik eine schmerzlindernde Wirkung haben kann.

Und auch wenn ich dazu noch keine wissenschaftlichen Studien gelesen habe – ich bin mir sicher, dass auch schöne Gedanken Schmerzen lindern können. Du kannst es ja im Selbstversuch mal ausprobieren, dass nächste mal wenn Du Schmerzen spürst – denke an etwas Positives in Deinem Leben, oder begib Dich auf eine schöne Fantasiereise, und die Schmerzen lassen nach.

Partner & Familie können Schmerzen lindern

Auch Familie und Partner haben Einfluss darauf, wie ein Mensch mit seinen Schmerzen zurecht kommt. Wenn die Familie oder der Partner stark fürsorglich und übermäßig besorgt sind, wirkt sich das oft negativ aus. Das Gegenteil ist jedoch auch nicht besser: wenn Familie oder Partner einen leidenden Menschen für den Schmerz “bestrafen”, halten die Schmerzen oft länger an und schränken stärker ein.

Wenn jedoch emotional und sozial beigestanden wird – ohne dabei übertrieben fürsorglich zu sein – kommen Menschen die unter Schmerzen leiden oft besser damit zurecht.

Schmerz ist wichtig

So unangenehm Schmerz auch sein mag – normalerweise erfüllt er eine wichtige Funktion: er schützt uns davor unseren Körper zu schädigen. “Normaler” Schmerz ist ein Warnsignal, dass das, was wir tun nicht gut für uns ist. Wenn diese Warn-Anlage jedoch zu sensibel eingestellt ist, dann wird der Schmerz selbst zum Problem, dass unser körperliches und psychisches Wohlbefinden gefährdet.

Foto: Mike Johnson

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