überfressen

Überfressen: Nächtliche FressAttacken, Schnellfuttern, HungerMacher & BlutzuckerAchterbahn

06.11.2009

Sich zu überfressen ist ungesund – auch für Menschen, die ein gesundes Gewicht haben. Wenn wir uns überessen überfordern wir damit unser System – das unangenehme Völlegefühl nach dem Essen ist ein Zeichen unseres Körpers, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Falsche Futter-Regulierung

Wenn wir uns regelmäßig überfuttern führt das sogar zu biologischen Veränderungen. Denn das Nervengewebe um unseren Magen beginnt dann Fehler zu machen:

Nervengewebe zum Gehirn: “Hey, das ist genug! Der Magen ist schon voll, hör auf zu futtern!”

Gehirn: “Ja, ich weiß, aber er futtert trotzdem weiter!”

Nervengewebe: “Unternimm was! Wir platzen hier aus allen Nähten!”

Gehirn: “Ich hab schon bescheidgegeben, aber er hört nicht!”

Wenn das ganze Theater regelmäßig stattfindet überfordert das ExzessFuttern der Nervengewebe des Magens, und es hört auf dem Gehirn mitzuteilen wenn der Magen schon voll ist.

Und so wird das Überfressen zur Normalität. Wenn wir dann versuchen wieder normale Mengen zu essen, ist es umso schwerer, weil wir uns daran gewöhnt haben das Überfressen sein als Referenzpunkt für “satt” zu nehmen.

Überfressen kann nächtliche Fressattacken auslösen

Wissenschaftler haben untersucht wie unser Essverhalten unseren zirkadianen Rhythmus beeinflusst. Unser zirkadianer Rhythmus ist quasi die innere Uhr, die uns sagt wann wir schlafen, wann wir aufwachen und wann wir essen.

Experimente mit Mäusen haben gezeigt, dass Mäuse, die überfüttert werden häufig Nachts aufwachen und dann futtern – was ungefährlich das menschliche Pendant ist zur nächtlichen Kühlschlankplünderung.

Blutzucker-Achterbahn

Wenn wir uns überessen steigen die Blutzuckerwerte in uns an. Deshalb spuckt die Bauchspeicheldrüse dann eine Portion Extra-Insulin aus, um die Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren, hört aber nicht auf damit Insulin zu produzieren bis das Gehirn mitbekommt, dass die Blutzuckerwerte wieder im Normalbereich sind.

Allerdings wird dadurch häufig zuviel Zucker aus dem Blut entfernt – und um die Blutzuckerwerte dann wieder anzuheben greifen Leute oft instinktiv zum Schokoriegel.

(Einige Studien haben gezeigt, dass häufig ausschlagende Blutzuckerwerte die Wahrscheinlichkeit erhöhen im Alter Gedächtnisprobleme zu haben. Wenn Du also Wert auf Dein Erinnerungsvermögen legst, dann mäßige Dich beim Essen).

Kalte Getränke machen es noch schlimmer

In der traditionellen chinesischen Medizin ist es ein alter Lehrsatz, dass man kalte Getränke am besten meiden sollte. Und auch aus Sicht der modernen Medizin lässt sich wenig Gutes über Eisgekühltes sagen. Denn wenn Du Kaltes trinkst fängt dann Magen an sich zusammenzuziehen – was wiederum dazu führt, dass die Nahrung im Magen schneller “rausgepresst” wird – und somit der Magen schneller wieder leer ist. (Und ein leerer Magen macht sich bemerkbar durch: noch mehr Hunger!).

Schnellfressen führt zu Überessen

Eine neue Studie (November 2009) hat nun untersucht, wie sich unsere Essgeschwindigkeit auf unser Sättigungsverhalten auswirkt. Es ist bekannt dass bestimmte Hormone uns ein Sättigungsgefühl geben, das uns signalisiert: es ist genug.

Die Wissenschaftler haben Testpersonen 300 ml Eiscreme gegeben, allerdings in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Je schneller die Personen ihr Eis serviert bekommen und gegessen haben, desto geringer war die Konzentration der “Sättigungshormone” in ihrem Körper, und desto schwächer ihr Sättigungsgefühl. Und je langsamer sie ihr Eis gegessen haben, desto ausgeprägter ihr subjektives Sättigungsgefühl, und desto höher die Konzentration von “Sättigungshormonen”.

Ein Teufelskreis

Wenn man jetzt bedenkt, dass viele Leute zu schnell essen, und sich deshalb regelmäßig überessen… was wiederum zu weiterem Überessen führt… und sie oft hinterher etwas Kaltes trinken (was das Hungergefühl schnell wieder ankurbelt), dann noch die Blutzuckerachterbahn dazu kommt…

… Übergewichtige sprechen oft davon, dass Dünne sie nie verstehen können weil ihr Hunger stärker ist.

Und in der Tat ist da wohl was dran. Wer beständig zu viel isst, der füttert seinen Hunger, lässt ihn wachsen und macht ihn mächtiger. Deshalb fällt es dann auch so schwer weniger zu essen. Stück für Stück Dinge vermeiden, die zum Überfressen beitragen kann helfen langsam wieder “runterzukommen” und das natürliche Gefühl wieder zu entwickeln, wie viel der Körper eigentlich braucht. Zum Beispiel auf das kalte Getränk verzichten, und stattdessen etwas (Lau-)Warmes zu trinken.

Ich habe mich früher auch gewohnheitsmäßig überfressen, bis ich eine eigene Anti-Überfress-Strategie entwickelt habe.

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