Entscheidung treffen

Entscheidung treffen: Bewusst oder unbewusst?

27.10.2009

Wir treffen jeden Tag Entscheidungen – und jede Entscheidung beeinflusst unser Leben. Umso seltsamer, dass einem in den frühen Jahren nie wirklich beigebracht wird “wie man gute Entscheidungen trifft”. Man schnappt es im Laufe der Jahre so auf, und wer Glück hat, der bekommt gute Entscheidungsstrategien mit, wer Pech hat, der nicht.

Eine der wertvollsten Methoden gute Entscheidungen zu treffen für mich ist, drüber zu schlafen, oder mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. In dieser Auszeit arbeitet mein Unterbewusstsein dann oft eine Lösung aus, die mich sonst viel schweißtreibendes Nachdenken gekostet hätte.

Deshalb fand ich eine Studie über die Qualität von unbewussten und bewussten Entscheidungen besonders interessant.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen wenn es um komplexe Sachverhalte geht bessere Entscheidungen treffen, wenn ihrem bewussten Verstand eine Auszeit gegeben wurde, und das Unbewusste Zeit hatte, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Zum Beispiel sollten sie die Endergebnisse von Fußballspielen vorhersagen. Eine Gruppe sollte sich zwei Minuten lang bewusst mit dem Spiel beschäftigen und verschiedene Faktoren gegeneinander abwägen – eine andere sollte sich zwei Minuten lang mit etwas völlig anderem beschäftigen. Der zweiten Gruppe wurden Aufgaben gegeben, die sicherstellten, dass sie nicht mehr an das Fußballspiel dachten. Dann wurden die Vorraussagen der beiden Gruppen mit den tatsächlichen Endergebnissen verglichen. Das Ergebnis? Diejenigen, die sich bewusst gedanklich mit dem Spiel befasst haben und verschiedene Faktoren gegebenander abgewogen haben, lagen mit ihren Vorraussagen im Durchschnitt mehr daneben als diejenigen, die nicht soviel Zeit hatten sich bewusst damit zu befassen.

Die Forscher vermuten, dass eine Entscheidung durch bewusstes Überlegen stärker von unseren eigenen Vorurteilen und Meinungen beeinflusst wird, und diese Vorurteile und Meinungen haben mehr zu tun mit dem was in unserem Kopf vor sich geht, als mit der Realität. Diese Vorurteile und Meinungen lässt das Unbewusste jedoch besser außen vor, und ist deshalb näher an der Realität.

Das heißt nicht, dass Du keine bewussten, reflektierten Entscheidungen mehr treffen sollst. Aber manchmal verbringen wir viel zu viel Zeit damit, über eine Entscheidung nachzudenken, ohne dass wir im Nachhinein eine bessere Entscheidung treffen. Tatsächlich kannst Du ja beide Ansätze in kleinen Entscheidungen gegeneinander “testen” und so ganz einfach herausfinden, was für Dich besser funktioniert.

Foto: Paulo Correa

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