Marketing: Was Maggi schon vor 50 Jahren wusste

06.06.2009

Maggi Kochstudio ist die Anlaufstelle für überforderte Köche: hier kann jeder anrufen und bekommt seine drängendsten Fragen zum Thema Kochen sachkundig beantwortet. Und das Kochstudio ist gerade 50 Jahre alt geworden.

Ich habe vor kurzem über Lebensmittelzusatzstoffe geschrieben – bin also wahrlich kein Freund von Maggi.

Doch ich lerne auch gerne von meinen “Feinden” – das empfahl schon vor Jahrtausenden Aristoteles, und heute empfiehlt es der Dalai Lama, der selbst schreibt, dass er viel von Mao Tze Tung gelernt hat.

Maggi ist heute aus deutschen Küchen nicht mehr weg zu denken. Und das liegt vor allem an ihrem Marketing.

Maggi macht Kochen einfacher

Maggi macht Kochen einfacher

Das Maggi Kochstudio ist eine Anlaufstelle für Leute die Kochen wollen, aber ein Problem haben: die ideale Zielgruppe für ein Unternehmen, das Menschen hilft, Essen “einfacher” zu machen. (Wenn auch nicht gesünder, oder leckerer).

Maggi positioniert sich als Berater, als Experte, als “Helfer in der (kleinen) Not” – und gewinnt damit neue “Freunde”. Und anstatt einfach nur Werbung zu schalten, die eigentlich eh keiner sehen will – sich verknotende Löffel und tolle Slogans, bietet das Maggi Kochstudio ja tatsächlich einen Mehrwert. Es hilft den Leuten “besser” zu kochen. Oder zumindest Dinge zu kochen, die sie ohne Maggi so nicht hinbekommen hätten.

Maggi ist nicht zu der großen Marke geworden, die es heute ist, weil das Produkt so toll ist, sondern vor allem auch wegen des Marketings, das sie seit Jahrzehnten betreiben. Das Produkt selbst ist – zumindest in meiner Welt – schlecht.

Wenn Du eine Dienstleistung oder ein Produkt anbietest, dass den Menschen wirklich hilft, etwas wirklich Gutes, dann hast Du (in meiner Welt) auch eine Verpflichtung das schlau zu vermarkten. Denn ansonsten wirst Du nie all die Menschen erreichen können, all den Menschen helfen können, die von Deiner Lösung wirklich profitieren würden.

Ich will es an einem extremen Beispiel illustrieren: Wenn Du ein Heilmittel für Krebs gefunden hättest, und Du stellst es dann einfach ins Regal und schreibst auf’s Etikett: “Krebsheilmittel”, und dann gehst Du zu Deinem Hausarzt und sagst: “Herr Doktor, ich habe ein Heilmittel gegen Krebs entwickelt”, und der Arzt nimmt Dich dann nicht ernst… wievielen Menschen hast Du damit geholfen? Und ist es dann nicht geradezu eine “Sünde”, nicht mit allen erdenklichen Mitteln Dein Heilmittel zu verkünden, um damit so viele Menschen wie möglich vor frühem Tod und tiefem Leid zu bewahren?

Bitte – ich habe mich hier ganz bewusst starker Übertreibung bedient, um es anschaulich zu machen. Das zugrundeliegende Prinzip gilt aber auch für Produkte, die den Menschen helfen mehr Freude im Leben zu haben, mehr gesunden Genuss, weniger Stress, weniger Ärger, mehr Liebe, mehr Zeit, mehr Gesundheit… und so weiter. (Und wenn es “nur” ein Karottenschälmesser ist, dass in halber Zeit schält).

Ich kenne viele Leute die ein tolles Produkt, eine tolle Dienstleistung haben, das wirklich vielen helfen würde – aber die mögen kein “Marketing” machen, und denken es ist böse, sehen darauf herab, als sei es etwas Schlechtes. Ja, es stimmt, leider verwenden viele skrupellose Unternehmen Marketing mit unfairen Mitteln, aber das heißt nicht, das Marketing an sich schlecht ist. Es ist wie mit einer scharfen Klinge. Man kann damit töten… oder ein leckeres, gesundes Essen zubereiten 🙂

Also: Überlege wie Du statt “Werbung machen” Deinem Zielpublikum helfen kannst – und gleichzeitig damit Dein eigenes Produkt, oder Deine eigene Dienstleistung attraktiver machst.

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: